Trauerbegleitung – Hilfen, wenn ein geliebter Mensch verstorben ist

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Trauern gehört zum Leben dazu. Auch wenn das Trauern schmerzhafte Momente mit sich bringt,  ist es wichtig, um den Tod einer geliebten Person verarbeiten zu können. Jedoch trauert jeder auf eine ganz eigene Weise. Oft ist es auch so, dass Trauernde Hilfe brauchen, um Trauer überhaupt erst zulassen zu können. So gibt es verschiedene Anlaufstellen, die unterschiedliche Betreuung anbieten und auf verschiedene Ausprägungen von Trauer eingehen.

Trauer zulassen und schwere Trauerverlängerung behandeln


Natürlich überschattet die Trauer zunächst viele Dinge, die vor dem Todesfall noch zum Alltag dazu gehört haben. Da fällt es jedenfalls in den ersten Tagen nicht einfach, sich um Themen wie Beisetzung oder Trauerfeier zu kümmern. Um das Organisatorische schnell abklären und sich auf die eigene Trauerbewältigung konzentrieren zu können, ist es hilfreich, sich nach dem Todesfall eine Liste mit den wichtigsten Erledigungen anzufertigen. Diese kann dann auch an andere Personen gegeben werden, wenn die Trauer es nicht erlaubt, eigenständig Dinge in die Wege zu leiten. Sind die organisatorischen Dinge in die Wege geleitet, sollte die Trauer im Mittelpunkt stehen. Diese besteht aus verschiedenen Phasen, die bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt sind, aber für die sich auch bewusst Zeit zu nehmen ist. 

Abgesehen von den Trauerphasen, trauert jeder auf seine ganz eigene Weise, ob nun alleine oder mit anderen bekannten oder auch unbekannten Personen zusammen.

Das Trauern wird aber oft auch durch bestimmte Voraussetzungen erschwert. Der Tod eines Kindes, ein Suizid, ein plötzlicher Tod oder aber auch das Verarbeiten von mehreren Todesfällen innerhalb kürzester Zeit können die Trauer verlängern und den Tod schwerer verarbeiten lassen. Durchläuft die Trauer nicht nur die einzelnen Trauerphasen, sondern verlängert sich und wird fast zur dauerhaften Belastung, die den Schmerz immer mit sich tragen lässt, wird von einer komplizierten oder auch traumatischen Trauer gesprochen.

Komplizierte und traumatische Trauer




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Während die Trauer bei vielen Menschen zwar auch nach der Trauerphase oft wieder am Todestag hochkommt, sieht dies bei Menschen, die unter einer so genannten komplizierten Trauer leiden, anders aus. Sie empfinden auch noch nach etwa einem Jahr denselben tiefen Schmerz, wie kurz nach dem Todesfall. Der Trauernde verspürt dann immer noch eine tiefe Sehnsucht nach dem Verstorbenen und kann kaum bis gar keine Freude mehr empfinden. Menschen, deren Trauer sich derart verlängert und den Schmerz einfach nicht vergehen lässt, haben häufig in der Kindheit bereits frühe Verluste von geliebten Menschen verarbeiten müssen. Zudem ist die Bindung zu der verstorbenen Person dann sehr eng und in einigen Fällen die einzige Bindung. 

Neben der komplizierten Trauer gibt es noch die traumatische Trauer. Psychotherapeuten sprechen von dieser Art der Trauer, wenn dieselbe von bestimmten Traumata überlagert oder in gewissen Momenten von traumatischen Erinnerungen mitbestimmt wird. Von einer traumatischen Trauer wird also gesprochen, wenn der Trauernde immer wieder mit Flashbacks (Erinnerungsblitze) zu kämpfen hat. Diese erinnern dann an schmerzhafte Momente, die mit dem Todesfall in Verbindung stehen. Zum Beispiel können die Erinnerungen aus bestimmten, traumatischen Erlebnissen beim Sterbeprozess bestehen. Oft besteht die traumatische Trauer aber auch darin, dass Erinnerungen bewusst verdrängt werden, oder aber sich immer wieder Momente der Erinnerung geschaffen werden. Also wird die traumatische Trauer von einem bestimmten Vermeidungs- oder Wiederholungsverhalten bestimmt. Da die traumatische Trauer in der Regel nicht selbst überwunden werden kann, sollte sich Hilfe bei einem Traumatherapeuten geholt werden.

Aber egal, um welche Form der Trauer es sich handelt, damit diese nicht zur Belastung wird, ist es wichtig, die Trauer zuzulassen und sich mit dieser bewusst und selbstreflektierend auseinanderzusetzen. 

Externe Hilfen beim Trauerprozess




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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Mitgefühl zu zeigen und Trauernde zu unterstützen. Je nachdem, wie nahe sich die Personen stehen, hilft es dem Trauernden bereits ein Gespräch zu führen oder einfach nur zu wissen, dass Menschen da sind, die sich um einen sorgen. Hilfe beim Trauerprozess können zudem Trauer- oder Beileidsbekundungen – in mündlicher und schriftlicher Form – geben. Aber egal wie sehr sich andere Menschen um den Trauernden kümmern und dieser aufgefangen wird, den Schmerz muss und sollte jeder schlussendlich auch ein Stück weit für sich selbst verarbeiten können. Denn nur wer trauert, kann irgendwann wieder kraftvoll am Leben teilnehmen. Damit der Schmerz weniger wird, die Trauerbewältigung einfacher fällt und die Trauer nach und nach weniger lebensbestimmend ist, können Trauernde auf verschiedenen Wegen Unterstützung finden. 

Trauerreisen: Abstand gewinnen und mit Entfernung trauern 


Viele Menschen können die Trauer häufig nicht alleine verarbeiten und brauchen Abstand zu Ort und Menschen, die sie an die geliebte Person erinnern. Einige Reiseveranstalter bieten so genannte Trauerreisen an. Dabei handelt es sich um organisierte Reisen, bei der Personen miteinander verreisen, die alle einen Schicksalsschlag erlitten haben und trauern. Diese therapeutischen Reisen sorgen gleichermaßen für Trauerverarbeitung und Erholung, denn die Reise begleiten in der Regel ausgebildete Trauerbegleiter, die dem Einzelnen oder der Gruppe dabei helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Reisen für Trauernde werden längst nicht mehr nur, aber natürlich immer noch, von Trauerbegleitern und kirchlichen Einrichtungen angeboten. 

Trauerzentrum: Ort des gegenseitigen Traueraustauschs


Externe Unterstützung bei der Trauerbewältigung gibt es auch in einem Trauerzentrum. Dieses bietet Raum für die Trauerarbeit. In den Zentren sind meist Trauerbegleiter von kirchlichen Einrichtungen oder Bestattungsunternehmen tätig. Über ein Trauerzentrum vor Ort, können sich Trauernde beim Pfarrer oder örtlichen Bestattungsunternehmen informieren. In den Trauerzentren werden regelmäßig Trauergruppen organisiert. In diesen kann die Trauer um einen geliebten Menschen mit anderen geteilt werden. Oft hilft dieser Austausch mit zunächst Unbekannten, die unvoreingenommen sind und einfach nur zuhören oder die Trauer nachempfinden können. Aber auch das Spenden von Trost, kann Trauernden bei der eigenen Trauerbewältigung helfen. Wer seine Trauer ohne Begleitung verarbeiten möchte, kann dies zudem in einem unverfänglichen Gespräch in einem der meist an das Trauerzentrum angeschlossenen Trauercafés tun.

Hilfe für trauernde Familien


Für Familien gibt es eine spezielle Trauerbegleitung. Sie stellt sich auf die Bedürfnisse und die Trauerbewältigung der einzelnen Familienmitglieder ein. Denn Kinder trauern durchaus anders als Erwachsene und wenn ein Geschwisterkind oder auch ein Elternteil stirbt, dann müssen Erwachsene dem Kind neben der Trauer vor allem ab einem gewissen Alter erklären, was zum Tod führen kann (u.a. schwere Verletzungen, Krankheiten oder ein hohes Alter) und ihnen die Ängste im Umgang mit dem Thema Tod nehmen. Erst ab dem Grundschulalter verstehen die Kinder jedoch, dass der Verstorbene nicht mehr zurückkommen wird. Für Familien und speziell für Väter und Geschwister gibt es verschiedene Anlaufstellen, die im Bereich Trauerbegleitung aktiv sind.

 

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