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Der Weg vom "Nein" zum "Ja"

Du hast einen geliebten Menschen verloren: Deinen Lebenspartner, die Mutter oder Dein Kind. Es ist ein Schock, etwas so unvorstellbar Schreckliches, wie Du es nicht erwartet hast. Natürlich wusstest Du auch vorher, dass Menschen sterben und die Hinterbliebenen leiden. Aber jetzt hast Du selbst die Erfahrung machen müssen und bist in ein tiefes Loch gefallen.

In den ersten Tagen oder sogar Wochen bist Du wahrscheinlich gar nicht dazu gekommen, Deinen Verlust zu realisieren. Du musstest funktionieren, so viele Dinge regeln. Angefangen vom ersten Besuch beim Bestattungsinstitut bis hin zur Organisation der Trauerfeier und Beerdigung. Es war Vieles zu regeln, Schriftverkehr und Telefonate haben Dich in Anspruch genommen.

Nach dieser Zeit aber, wo jetzt der Alltag wieder eingekehrt ist, spürst Du Deine Gefühle, diese tiefe Niedergeschlagenheit und – lehnst es ab. Du willst diese Lebenssituation nicht wahrhaben, haderst mit dem Leben generell und fühlst Dich auch noch von Deinen Freunden und Bekannten alleingelassen. Die Sprachlosigkeit in Deiner Familie und in Deinem Bekanntenkreis macht es Dir noch schwerer. 

Du stellst Dir permanent die Frage nach dem Warum. Wenn es doch so viele schlechte Menschen gibt, die noch leben – warum musste Dein geliebter Mensch sterben? Was ist das für eine Ungerechtigkeit Dir gegenüber? Wie kann sowas nur sein? Wie kann ein Gott oder das Universum so etwas zulassen?

Diese Gefühle sind so verständlich, Dein Schmerz ist schließlich real, und sie lähmen Dich. Du verwendest unbewusst so viel Energie darauf, Deine Situation abzulehnen, dass für etwas anders fast keine Kraft mehr übrigbleibt. Das kann sich auch körperlich bemerkbar machen. Der Schlaf fehlt und Wörter wie Entspannung oder zur Ruhe kommen sind für Dich im Moment ohne Inhalt.

Wenn Du Nein zu dieser Lebensphase sagst, sagst Du damit auch zu Dir und Deinem Leben Nein. Falls das so bleibt, wirst Du ernstlich krank werden können. Es ist jetzt an der Zeit, wieder zu lernen, wie Du Ja zum Leben sagen kannst. Wie Du – langsam – wieder schöne Gefühle wahrnehmen kannst, Freude oder sogar Glück.

Das geht nicht von heute auf morgen und bedeutet in keinem Fall, den lieben Menschen, um den Du trauerst und der Dir so schrecklich fehlt, zu vergessen!

Bis das Gefühl von Glück oder Freude sich einstellen, kannst Du damit beginnen, Dich gedanklich vorzubereiten. Frage Dich, was Glück in Deiner Situation bedeuten kann. Ist es ein Spaziergang in der Sonne, die Dich wärmt? Kannst Du die Farben der Blumen sehen, kannst Du an den Blüten riechen? Hast Du Freunde, mit denen Du reden kannst? Wem liegt etwas an Dir? Wem kannst Du helfen?

Jemandem zu helfen, ist eines der beglückendsten Anliegen, das wir Menschen überhaupt haben können. Gib anderen von Deiner Erfahrung in der Trauer ab, hilft ihnen, da durchzukommen. Das geht auch in einer Trauergruppe oder in einem Trauerchat.

Du wirst dadurch aktiv. Das ist eines der Geheimnisse für einen gesunden Umgamg mit der Trauer aktiv sein!

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Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen