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Die Grabrede

Die Grabrede wird meist vom Geistlichen gehalten / © Nemar74 - Shutterstock.com

Zentraler Bestandteil einer Bestattung ist die Grabrede oder die Trauerrede. Sie dient dazu, den Trauernden Persönlichkeit und Leben des Verstorbenen noch einmal kurz ins Gedächtnis zu rufen. Die Trauerrede kann während der Trauerfeier in der Halle oder Kirche gehalten werden, die Grabrede wird direkt am Grab gehalten. Heutzutage verlagert sich die Tradition immer mehr hin zur Trauerrede, da die Gäste dabei sitzen können (was besonders für betagte Trauergäste eine Erleichterung ist) und zudem zunehmend moderne Medien als Unterstützung hinzugenommen werden. Daher werden am Grab selbst dann nur noch wenige kurze Worte gesprochen.

Aufbau einer Grabrede

Eine gute Grabrede sollte daher die Lebensstationen des Verstorbenen aufgreifen, sollte daran erinnern, was er getan und auf welche Weise er gewirkt hat. Beruf, Hobbys, Aktivitäten, Glaubensgrundsätze, Überzeugungen, Träume und erreichte Ziele: All das kann Inhalt einer Grabrede sein. Aber auch die persönliche Bedeutung des Verstorbenen für den Redner oder andere Menschen sollte zur Sprache kommen – wie hat er das Leben anderer Menschen beeinflusst und bereichert?

Wichtig ist die richtige Gewichtung. Einerseits sollte sich die Trauerrede dem Leben des Verstorbenen widmen, andererseits sollten Sie als Redner den Trauergästen Trost spenden. Versuchen Sie nicht, Ihre eigene Betroffenheit zu verstecken. Die Trauerfeier soll Raum für gemeinsames Trauern und Gedenken geben.

Grabrede schreiben

Haben Sie sich dazu entschlossen, die Grabrede selbst zu verfassen, lassen Sie sich nicht davon entmutigen, dass es Ihnen möglicherweise nicht gelingt, jede Aussage, jeden Satz professionell zu formulieren. Eine liebevolle, von Ihnen persönlich geschriebene Grabrede hat genauso viel Wert wie eine, die perfekt ausformuliert ist. Versuchen Sie nicht so sehr, sich an einem formalen Muster zu orientieren, wenn Sie die Trauerrede schreiben. Halten Sie inne und rufen Sie sich schöne Momente oder Gespräche mit der verstorbenen Person in Erinnerung. Versuchen Sie dann, diese Erinnerungen und Ihre mit ihnen verbundenen Gefühle in Worte zu fassen. Sie können auch einen Trauerspruch als roten Faden in Ihre Grabrede einflechten. Eine Trauerrede gibt nicht nur den übrigen Gästen der Beerdigung Halt, sondern hilft auch Ihnen bei der Trauerbewältigung.

Grabrede schreiben lassen

Sind Sie selbst ein guter Schreiber, sollten Sie auch die Trauerrede selbst formulieren, auf diese Weise wird sie in aller Regel persönlicher ausfallen. Selbstverständlich können Sie die Grabrede aber auch von einem anderen Angehörigen, einem Freund des Verstorbenen, einem Geistlichen oder einem professionellen Trauerredner schreiben lassen. Sie brauchen keine Bedenken zu haben, dass Letzterer eine zu unpersönliche Rede abfassen wird, im Gegenteil. Trauerredner sind geschulte, für gewöhnlich sehr einfühlsame Menschen, denen es nicht schwer fällt, die richtigen Worte zu finden.

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Kai Sender
Sozialarbeiter
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