Zurück zur Startseite

Die Palliativstation

Palliativmedizin zielt auf die Linderung der Folgen einer Krankheit abFotolia.de

 

Was versteht man unter Palliativmedizin?

Das Wort Palliativ ist aus dem Lateinischen abgeleitet (= lat. pallium „Mantel“). Unter Palliativmedizin versteht man ein ganzheitliches (ummantelndes) Behandlungskonzept für Patienten mit einer lebensbedrohenden Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium. Priorität legt die Medizin hier in den Erhalt der Lebensqualität, nicht in die Verlängerung der Lebensdauer. Ärzte und Mitarbeiter halten engen Kontakt, um in diesen Einrichtungen dem Patienten bestmöglich Hilfestellung zu leisten.

Was ist eine Palliativstation?

Auf einer Palliativstation im Krankenhaus sollen bei einer unheilbaren Erkrankung die Krankheitssymptome bestmöglich gelindert werden.
Bei jeder palliativmedizinischen Behandlung steht aus Sicht der Medizin nicht mehr das Kurieren der Krankheit im Vordergrund, sondern der Erhalt oder die Wiederherstellung der Lebensqualität.
Der individuelle Betreuungsplan, bestehend aus medizinischen und psychosozialen Bestandteilen, wird mit den Mitarbeitern besprochen und für den Patienten ausgearbeitet.
Umgeben von einen multiprofessionellen Team wird dem Patienten geholfen, seine Beschwerden zu kurieren und das Ziel des Weges vorzugeben, den man während der intensiven Therapie miteinander geht.

Woher stammt die Idee, Palliativstationen zu gründen?

Aus der modernen Hospizbewegung entwickelte sich das Bedürfnis, in Krankenhäusern der Palliativmedizin mehr Raum zu geben. So entstand 1983 an der Universitätsklinik Köln die erste Palliativstation. Inzwischen stehen in Deutschland über 230 dieser Einrichtungen zur Verfügung, auf denen Patienten palliativ versorgt werden können, und der Bedarf ist noch lange nicht gedeckt. Die Ärzte und Mitarbeiter werden heutzutage palliativmedizinisch speziell geschult, um die krankheitsbegleitenden Leiden effektiv zu mindern.

Wer wird auf einen Palliativstation aufgenommen?

Ist die Lebenszeit eines Menschen durch eine schwere Krankheit nur noch sehr kurz und er leidet unter starken Symptomen (Schmerzen, Verdauungsbeschwerden, Atemnot), so kann er für einen begrenzten Zeitraum die Dienste einer Palliativstation in Anspruch nehmen.
Die Aufnahme kann im Normalfall nicht akut, sondern nur nach vorheriger Anmeldung erfolgen. Die meisten Palliativstationen haben Wartelisten; sobald ein Platz frei ist, kann der Einzug oder der Umzug innerhalb vom Krankenhaus stattfinden.

Was hat der Palliativ-Konsiliardienst für eine Aufgabe?

In vielen Krankenhäusern existiert inzwischen ein Palliativ-Konsiliardienst, der informiert wird, wenn ein Patient palliative Betreuung benötigt. Dieses multiprofessionelle Team (Ärzte, Pflegepersonal, Krankengymnasten, Sozialarbeiter) wird dann gemeinsam mit dem Betroffenen den optimalen Behandlungsplan entwerfen, in dem alle Aspekte gleichwertig berücksichtigt werden. Der Palliativ-Konsiliardienst ist auch nach dem Krankenhausaufenthalt für kompetente Weitervermittlung an die passende Einrichtung-Hospiz oder ambulante Therapie zuständig.

Wie wird diese Unterbringung finanziert?

Im Regelfall übernimmt die Krankenkasse die Kosten des Aufenthaltes einer palliativmedizinischen Einrichtung im Krankenhaus. Der für einen Krankenhausaufenthalt übliche Eigenanteil muss selbst getragen werden.

Wie gestaltet sich die Unterbringung im Einzelnen?

Da eine Palliativstation möglichst individuelle Pflege anbieten will, ist die Unterbringung der Patienten in Einzelzimmern obligatorisch. Hier erinnert wenig an ein nüchternes Patientenzimmer im Krankenhaus, da auf die wohnliche Gestaltung der Zimmer viel Wert gelegt wird. Zudem bietet die Station einen Aufenthaltsbereich für den Kontakt mit Angehörigen außerhalb des Zimmers, zum Kaffeetrinken oder für gemeinsame Aktivitäten an. Eine Gemeinschaftsküche ist auch meist vorhanden.

Können zusätzlich Angehörige auf der Station untergebracht werden?

Manche Krankenhäuser bieten auf ihrer Palliativstation an, dass ein Angehöriger rund um die Uhr beim Patienten verweilen kann. Die Unterbringung erfolgt in einem Extra-Zimmer auf der Station oder direkt im Patientenzimmer, je nach Wunsch und Möglichkeit. Den entstehenden Rechnungsbetrag hierfür übernimmt die Krankenkasse nicht, er müssen von der jeweiligen Person selbst gezahlt werden.

Von wem werden die Bewohner/Patienten betreut?

Palliativmedizinisch ausgebildete Ärzte und Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Psychologen, Seelsorger und ehrenamtlichen Mitarbeiter bilden eine Einheit, die mit der intensiven Behandlung und Begleitung des Kranken in dieser Einrichtung beauftragt wird.
Man widmet sich auch der spirituellen Begleitung des Einzelnen. Nach Bedarf wird Kontakt zu kirchlicher oder auch ideologiefreie Seelsorge zur psychosozialen Betreuung hergestellt.
Auch werden prozentual deutlich mehr Pflegekräfte für die Patientenversorgung eingesetzt als auf einer regulären Station im Krankenhaus.

Wie unterscheidet sich die Palliativstation vom Hospiz?

Der prägnanteste Unterschied besteht darin, dass die Anwesenheit auf der Palliativstation zeitlich begrenzt ist, die durchschnittliche Verweildauer liegt bei 2 Wochen. Das Ziel der Medizin ist, den Patienten medikamentös optimal einzustellen und die Beschwerden dauerhaft zu lindern. Danach kann die Weiterbetreuung palliativ zu Hause oder im Hospiz erfolgen.
Ein Hospiz hingegen sieht keine zeitliche Begrenzung vor, der Bewohner wird dort bis zu seinem Ende begleitet.

Wo gibt es Palliativstationen?

Immer mehr Krankenhäuser bieten die stationäre Aufnahme auf einer Palliativstation an. Nach intensiven Teambesprechungen der Ärzte und Mitarbeiter des palliativmedizinischen Konsiliardienstes findet die Verlegung von anderen Stationen, z.B. der Onkologie, statt. Ist die Versorgung auf einer Palliativstation erforderlich, weil die häusliche Pflege nicht mehr ausreicht oder Angehörige zeitweise entlastet werden müssen, so sollte man umgehend mit der entsprechenden Einrichtung im Krankenhaus Kontakt aufnehmen und sich auf die Warteliste setzen lassen.

Telefonische Auskunft über die einzelnen Standorte gibt es hier:
Deutscher Hospiz- und Palliativ Verband e.V.

Tel: 030 - 8200758-0
Mail: info@dhpv.de

Eine Adress-Suchmaschine hat der Wegweiser Hospiz und Palliativmedizin Deutschland im Internet
http://wegweiserhospiz.shifttec.de/index.html

Kann man auch zu Hause Palliativversorgung in Anspruch nehmen?

Im Anschluss an einen Aufenthalt auf einer Palliativstation besteht die Möglichkeit, die palliative Pflege auch zu Hause in Anspruch zu nehmen. Auf Verordnung des Arztes wird der Kontakt zu einem ambulanten Palliativ-Dienst hergestellt und seine Mitarbeiter mit der häuslichen Pflege beauftragt. So ist eine umfassende Versorgung auch außerhalb eines Krankenhauses möglich.

 

 

Anbieter, die Sie interessieren könnten:

Sandmoorweg 62 22559 Hamburg
Andreas Wagner-Neidig Hauptstraße 32 27777 Falkenburg

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Die Sterbebegleitung

Wenn der Tod eines Patienten absehbar ist, kann eine Sterbebegleitung für ihn und seine Angehörigen eine wichtige Unterstützung sein.

mehr ›
Die Sterbehilfe

Grundsätzlich wird zwischen aktiver und Sterbehilfe unterschieden. Für beide Varianten gelten in ganz Europa verschiedene Gesetze.

mehr ›
Das Hospiz

Wenn der Tod eines Menschen absehbar ist, kann die Unterbringung in einem Hospiz sowohl für den Sterbenden als auch für die Angehörigen eine gute Entscheidung sein.

mehr ›
Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
Trauerhilfe Forum persönlich - professionell - kostenfrei Unsere Sozialarbeiter leiten das Forum und unterstützen die Trauerbewältigung