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Die Pflegezusatzversicherung

     © Robert Kneschke / Fotolia     

Ist eine Pflegezusatzversicherung zur Absicherung Ihrer Familie sinnvoll?

Viele Menschen, die sich mit den Themen Tod und Trauer beschäftigen, verspüren den Wunsch, für Ihre Angehörigen – meist die eigenen Kinder und Enkel – vorzusorgen, und Ihnen geregelte Verhältnisse zu hinterlassen, auch in finanzieller Hinsicht. Für die Kosten eines Begräbnisses lässt sich mit einer Sterbegeldversicherung vorsorgen – doch die meisten übersehen dabei ein viel wichtigeres Thema:

Etwa zwei Drittel aller Menschen werden im Laufe Ihres Lebens pflegebedürftig – im Schnitt müssen ältere Pflegebedürftige 4,4 Jahre gepflegt werden (Quelle: Barmer GEK Pflegereport 2015). In dieser Zeit kann eine stattliche Summe an Pflegekosten zusammenkommen – es ist daher sehr sinnvoll, diese Kosten mit einer privaten Pflegeversicherung abzusichern.

 

Pflegezusatzversicherung-Vergleich

 

Es gibt doch eine gesetzliche Pflegeversicherung – wozu private Vorsorge?

Richtig – seit 1995 gibt es in Deutschland eine gesetzliche Pflegeversicherung. Diese ist verpflichtend für jedermann und bietet eine Art Grundsicherung – jedoch ist die gesetzliche Pflegeversicherung politisch bewusst als eine Art „Teilkasko“ Absicherung konzipiert worden. Sowohl bei ambulanter wie auch stationärer Pflege reichen die gesetzlichen Leistungen nicht aus, um entstehende Kosten zu decken.

Ab 1.1.2017 erhalten Sie folgende gesetzliche Leistungen:

Nehmen wir als Beispiel eine stationäre Unterbringung im Pflegeheim – ein gutes Pflegeheim kostet im Schnitt (bei mittelschwerer Pflegebedürftigkeit) etwa 3.500 Euro.

Bleibt also bei Pflegegrad 3 zum Beispiel monatlich eine Eigenbeteiligung von rund 2.200 €, die aus eigener Tasche finanziert werden muss – das können die wenigsten. Man stelle sich vor, dass verheiratete Eheleute beide in diese Lage geraten – dann müssen monatlich fast 4.500 € an zusätzlichen Kosten finanziert werden. Können Sie selbst – nach Aufzehrung vorhandener Vermögenswerte oder Verkauf vorhandener Immobilien – diese Kosten nicht stemmen, springt zunächst das Sozialamt ein. Doch das Sozialamt prüft sofort, wie hoch das Einkommen der Kinder des Pflegebedürftigen ist – verdienen diese oberhalb eines festgelegten Freibetrages, werden Ihre Kinder zur Kasse gebeten und müssen für Ihre Pflegekosten aufkommen. Es lohnt sich daher, eine private Pflegetagegeldversicherung zur Absicherung in Betracht zu ziehen.

Wenn man davon ausgeht, dass jemand z.B. 2 Jahre zu Hause gepflegt wird und monatlich z.B. 500 € aus eigener Tasche bezahlen muss und anschließend noch 2 Jahre stationär gepflegt wird, dann kommt in dieser Zeit eine Summe von fast 70.000 € zusammen, die Sie selbst oder Ihre Angehörigen aufbringen müssen – in vielen Fällen auch deutlich mehr! Bei Eheleuten können diese Kosten sogar doppelt entstehen!

Private Pflegezusatzversicherung lohnt sich!

Man kann unschwer erkennen, dass gegenüber den Kosten eines Begräbnisses (die sich im Normalfall zwischen rund 5.000 und 15.000 € bewegen) die Kosten einer vorangehenden langjährigen Pflegebedürftigkeit deutlich schwerer wiegen – eine private Absicherung lohnt sich also auf jeden Fall.

Doch welches der vielen Angebote ist sinnvoll? Bevor Sie eine Versicherung abschließen, sollten Sie gründlich vergleichen und sich darüber klar werden, welche Art der Pflegezusatzversicherung Sie abschließen möchten. Im Internet können Sie leicht einen Pflegeversicherung Vergleich durchführen, um eine passende Zusatzversicherung zu finden.

Die meisten Menschen entscheiden sich zur Absicherung des Pflegerisikos für eine Pflegetagegeldversicherung. Diese Tarife sind deutlich günstiger als die Pflegerentenversicherung, weil bei der Pflegerente neben dem Risikoanteil zusätzliche Sparanteile einkalkuliert sind – daher bekommt man zwar auch dann wieder einen Teil der Beiträge zurück, wenn man nicht pflegebedürftig wird, aber das lohnt sich i.d.R. eher nicht, wenn man den hohen Unterschied der monatlichen Beiträge zugrunde legt. Die Pflegekostenversicherung spielt auch eher eine untergeordnete Rolle, da man hier keine Geldleistung ausbezahlt bekommt, sondern der Versicherte muss nachweisen, welche Pflegekosten ihm entstanden sind und diese werden dann im Anschluss erstattet. Die höchste Flexibilität bietet die Pflegetagegeldversicherung – diese ist damit die gängigste Absicherung.

Beispiel: Wer im Alter von 60 Jahren eine Pflegetagegeldversicherung abschließen möchte, die ihm im Falle einer stationären Pflege 1200 € Zuzahlung sichert, der bezahlt dafür je nach Anbieter etwa zwischen 60 und 90 €:

Pflegetagegeld 1200 € bei stationärer Pflege – Eintrittsalter 60 Jahre

  • Württembergische PTPU          90,40 €
  • DKV PTG                               77,40 €
  • UKV PflegePremiumPlus          80,24 €
  • Allianz PflegetagegeldBest       77,20 €
  • DKV KPET                              60,40 €

Man kann gut erkennen, dass es durchaus erhebliche Preisunterschiede bei den einzelnen Tarifen gibt – natürlich sind auch die Leistungen im ein oder anderen Punkt unterschiedlich. Daher sollten Sie gründlich vergleichen, bevor Sie eine Pflegeversicherung abschließen.

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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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