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Checkliste und hilfreiche Tipps: Bestattung „richtig“ organisieren

 

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Eine Beerdigung zu organisieren, ist ein Thema, von dem viele Menschen hoffen, dass sie niemals mit dieser Aufgabe konfrontiert werden. Doch wenn ein eine nahestehende Person stirbt, geht plötzlich alles ganz schnell: Die Bestattung muss organisiert werden, und zwar zumeist innerhalb nur weniger Tage, obwohl zugleich die Trauer, vielleicht auch der Schock, eine tiefe Wut oder andere negative Emotionen vorherrschen. Wie also lässt sich eine Beerdigung „richtig“ organisieren, sprich schnell, möglichst stressfrei, aber dennoch der verstorbenen Person würdig?

 

Schritt 1: Informationen einholen

Wer das Glück hatte, niemals zuvor eine Bestattung organisieren zu müssen, muss nun erst einmal über die ersten Schritte informieren. Viele Betroffene wissen nämlich gar nicht, welche Phasen eine Beerdigung hat und was sie dementsprechend organisieren müssen. Aber auch weitere Informationen sind wichtig, vor allem bezüglich eventueller Wünsche oder Verfügungen, welche der beziehungsweise die Verstorbene für die eigene Beerdigung hinterlassen hat. Manch einer organisiert seine Bestattung sogar selbst vor dem Tod, sodass die Angehörigen diese „nur noch“ in die Praxis umsetzen müssen.

 

Schritt 2: Versicherung informieren

Eine wichtige Frage besteht außerdem darin, ob eine Versicherung zur Bestattungsvorsorge vorliegt, wodurch die Kosten bereits gedeckt sind? Wenn ja, so muss bei der Versicherung schnellstmöglich ein Antrag auf Auszahlung der Versicherungssumme gestellt werden. Dabei ist die Frage zu klären, wer als Versicherungsnehmer eingetragen ist. Oftmals handelt es sich beispielsweise um Kinder, welche eine solche Versicherung für ihre Eltern abgeschlossen haben. In diesem Fall wird die Versicherungssumme direkt und meist relativ schnell an den Versicherungsnehmer ausbezahlt.

Wurde die Versicherung hingegen von der verstorbenen Person selbst abgeschlossen, kann das zu Verzögerungen führen. Dann muss erst einmal geklärt werden, wer bezugsberechtigt ist, sprich an wen das Geld ausbezahlt wird. In der Regel geht die Versicherungsleistung an die Erbberechtigten gemäß der offiziellen Reihenfolge. Wurde also keine konkrete Person ernannt und es gibt mehrere Erben gleicher Ordnung, kann sich der Prozess bis zur Auszahlung über mehrere Wochen oder sogar Monate hinziehen. Das Geld muss somit aus eigener Tasche vorgestreckt werden.

Zuerst gilt es also, die eventuelle Versicherung zu informieren. Dafür wird der Versicherungsschein, die Geburts- und Sterbeurkunde des beziehungsweise der Versicherten, eine Bescheinigung über die Todesursache sowie gegebenenfalls ein Erbschein benötigt. Sollte eine Auszahlung nicht (sofort) möglich sein, muss in diesem zweiten Schritt eine Alternative für die Finanzierung der Beerdigung gesucht werden.

 

Schritt 3: Bestattung organisieren

Anschließend geht es an die konkrete Organisation der Bestattung. Der einfachste und übliche Weg besteht darin, einen Bestatter mit der Hauptarbeit zu beauftragen. In diesem Fall müssen die Angehörigen nur Wünsche äußern, beispielsweise zur Art der Bestattung oder dem Blumenarrangement für die Trauerfeier. Die hauptsächliche Organisation übernimmt hingegen der Bestatter. Es ist jedoch möglich, die Beerdigung in Eigenregie zu organisieren. Das kann verschiedene Gründe haben, oftmals steckt jedoch die Einsparung von Kosten hinter dieser Entscheidung.

Allerdings bedeutet das viel Arbeit in kurzer (und einer sehr emotionalen) Zeit, was ohne Erfahrung nicht immer ganz einfach ist. Zudem kann nicht vollständig auf einen Bestatter verzichtet werden, denn er übernimmt die Aufbewahrung und den Transport des beziehungsweise der Verstorbenen, da diese gesetzlich streng geregelt sind. Außerdem müssen alle Vorgaben des Bestattungsrechts eingehalten werden. Dann können alle anderen Schritte auf Wunsch durchaus in die eigene Hand genommen werden. Das bedeutet aber eine lange To-Do-Liste:

  • Kontaktaufnahme zu einem Arzt
  • Ausstellung von Totenschein und Leichenschaupapieren
  • Kauf und Transport eines Sarges
  • Waschen und Ankleiden des/der Verstorbenen
  • Kontaktaufnahme mit dem Friedhofsamt
  • Organisation einer Grabstelle
  • Beauftragung des Leichentransports
  • Kontaktaufnahme zum Pfarrer
  • Organisation von Organist, Sargträgern, etc.
  • Sterbeurkunde beim Standesamt holen
  • Abgabe der Dokumente beim Friedhofsamt
  • Absprache mit dem Friedhofswärter
  • Organisation des Grabaushubs
  • Bestellung der Blumen für Trauerfeier und Grabschmuck
  • Klärung der Details für Trauerfeier und Bestattung

Etwas abweichend ist die Organisation einer Feuerbestattung mit Urnenbeisetzung. Wer die Bestattung selbst organisieren möchte, muss sich also im Detail mit der Thematik auseinandersetzen und darauf achten, keine wichtigen Schritte zu vergessen, damit es bei der Trauerfeier oder Beerdigung zu keinen Schwierigkeiten kommt. Üblich ist zudem, anschließend noch einen „Leichenschmaus“ zu organisieren, sprich ein gemeinsames Essen oder Kaffeetrinken mit den Trauergästen.

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Schritt 4: …oder Bestatter beauftragen

Wer sich hingegen entschließt, einen Bestatter mit der Hauptorganisation zu beauftragen, muss ebenfalls einige Dinge berücksichtigen. Die Checkliste ist dann zwar deutlich kürzer, trotzdem müssen folgende Aufgaben von den Angehörigen übernommen werden:

  • Bestatter auswählen
  • Bestattungsvertrag unterzeichnen
  • Ort der Trauerfeier und Beerdigung aussuchen
  • Sarg beziehungsweise Urne auswählen
  • Totenkleidung überreichen
  • Termine abstimmen
  • Ablauf der Trauerfeier besprechen
  • Grabschmuck, Musik und weitere Details bestimmen
  • Sterbeanzeige aufgeben
  • Termin den Trauergästen mitteilen
  • Blumen und -kranz beim Floristen bestellen

Zudem muss geklärt werden, wer eine Rede halten möchte oder ob ein Trauerredner beauftragt werden soll. In ersterem Fall muss diese Rede sorgfältig vorbereitet werden. In letzterem Fall gilt es, einen geeigneten Redner auszuwählen und ihm alle wichtigen Informationen zukommen zu lassen, beispielsweise bezüglich des Termins, der gewünschten Inhalte, der verstorbenen Person, etc.

 

Schritt 5: Leichenschmaus abhalten

Als letzter Punkt auf der Checkliste, den der Bestatter nicht übernimmt, steht die Organisation des Leichenschmauses. Er findet nach der Trauerfeier sowie Beisetzung statt, zumeist in einem Restaurant oder Café. Dieses will somit ausgewählt und rechtzeitig für ausreichend viele Personen reserviert werden. Es lohnt sich, die Trauergäste nach der Bestattung noch einmal persönlich einzuladen, dem Leichenschmaus beizuwohnen. Er ist eine willkommene Gelegenheit, den Verlust gemeinsam zu verarbeiten, sich über den Verstorbenen oder die Verstorbene auszutauschen oder einfach etwas Ablenkung zu finden, um nicht zu Hause mit der Trauer alleine zu sein. 

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Schritt 6: Nach der Bestattung…

…ist die Arbeit aber noch immer nicht vollständig erledigt. Wer möchte, kann anschließend noch Danksagungen versenden oder in der Zeitung schalten. Zudem muss etwa vier bis sechs Wochen nach der Beisetzung das Grab aufgeräumt werden und damit beginnt fortan die Grabpflege. Auch ein Grabstein fehlt noch, welcher ausgewählt, beim Steinmetz bestellt und beschriftet werden muss. Dieser kann frühestens drei Monate nach dem Begräbnis gesetzt werden, sobald der Ebnungsprozess des Grabes  abgeschlossen ist. Zudem fallen nach der Bestattung viele bürokratische Aufgaben an, zum Beispiel:

  • Beantragung des Erbscheins
  • Veranlassung der Testamentseröffnung
  • Auflösung bestehender Versicherungen
  • Umschreibung oder Auflösung von Bankkonten
  • Kündigung von Daueraufträgen
  • evtl. Information an den Arbeitgeber des/der Verstorbenen
  • evtl. Beantragung von Hinterbliebenenrente

Außerdem muss eventuell die Wohnung des oder der Verstorbenen aufgelöst werden. Dazu gehört bei Mietwohnungen die Kündigung und bei Eigentumswohnungen eventuell die Vermietung oder der Verkauf, was allerdings erst nach Klärung des Erbes möglich ist. Es gilt, laufende Verpflichtungen, zum Beispiel für Strom, Gas, Internet, Telefon, Zeitungen oder Wasser, zu kündigen beziehungsweise abzumelden. Auch für weiteren Besitz, wie beispielsweise ein Auto, muss das weitere Vorgehen durchdacht und gegebenenfalls mit weiteren Erben besprochen werden. Zuletzt gibt es vielleicht auch Tiere, die unmittelbar nach dem Tod versorgt und anschließend neu vermittelt werden müssen. Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, springt dafür das örtliche Tierheim ein.

Die Haushaltsauflösung selbst kann, wenn gewünscht, an einen Dienstleister übertragen werden. Allerdings gibt es in der Branche leider viele schwarze Schafe. Es ist daher wichtig, den Anbieter sorgfältig auszuwählen und sich bezüglich dessen Seriosität zu vergewissern. Viele Menschen möchten den Haushalt aber lieber selbst auflösen, beispielsweise aus finanziellen Gründen oder als besondere Form des Abschieds.

 

Schritt 7: Zusammenhalten!

Bei diesen langen To-Do-Listen gerät das wirklich Wichtige manchmal in Vergessenheit: Das Andenken an den Verstorbenen oder die Verstorbene, die Verarbeitung der Trauer und die gegenseitige Unterstützung der Hinterbliebenen. Wer kann, sollte daher so viel Arbeit wie möglich an Dienstleister abgeben, um den Todesfall in Ruhe begreifen zu können und dem Abschied ausreichend Aufmerksamkeit zu widmen. Der Verlust eines geliebten Menschen sollte nicht zu Arbeit und Stress führen, sondern zu einer Rückbesinnung auf das, was im Leben wirklich zählt. Der letzte Schritt lautet daher „Zusammenhalt“ und dieser sollte niemals enden.

 

Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen