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Eltern von Sternenkindern

   © Thomas Zsebok / Shutterstock.com

Ursprünglich hat man als Sternenkinder die Kinder bezeichnet, die kurz nach der Geburt verstorben sind und ein Geburtsgewicht von 500 Gramm hatten. Mittlerweile hat sich der Begriff aber ausgeweitet und wird generell für Kinder benutzt, die sehr früh verstorben sind oder nie lebend das Licht der Welt erblickt haben.

Warum der Ausdruck "verwaiste Eltern"?

Es gibt Witwen und Waisen, aber keinen Begriff für Eltern, deren Kind gestorben ist. Schon daran zeigt sich, wie wenig natürlich es ist, wenn ein Kind vor den eigenen Eltern stirbt, und wie weit wir den Tod von Kindern aus unser aller Alltag - selbst aus unserer Sprache - heraushalten wollen. Um diese Sprachlücke zu überbrücken, werden Eltern, die ein Kind verloren haben, immer öfter als verwaiste Eltern bezeichnet.

Verwaiste Eltern und Geschwister von Sternenkindern

Vielen verwaisten Eltern fehlt - gerade in der ersten Trauerphase - die Kraft, sich um die Geschwister zu kümmern. Scheuen Sie nicht davor zurück, andere Familienmitglieder oder Freunde um Hilfe zu bitten. Mittlerweile gibt es auch viele Vereine und Therapeuten, die sich professionell um die Betreuung trauernder Kinder kümmern. Gerade langfristig kann eine solche Unterstützung für Geschwister sehr hilfreich sein. Sie haben mit ihrer eigenen Trauer zu kämpfen und benötigen besonders liebevolle Unterstützung – wenn die Eltern diese wegen der eigenen Trauer nicht geben können, sollten sie unbedingt Hilfe in Anspruch nehmen.

Hilfe für verwaiste Eltern von Sternenkindern

Freunde, Bekannte und Angehörige ziehen sich nach dem Tod eines Sternenkindes oft zurück. Meist steckt dahinter die Angst vor der eigenen Sprach- und Hilflosigkeit. Man weiß nicht, wie man mit Ihnen, Ihrem Schmerz, umgehen soll. Daher berichten viele verwaiste Eltern, dass selbst die besten Freunde plötzlich aus dem Leben verschwanden. Vielen betroffenen Eltern hilft es, sich mit Eltern auseinander zu setzen, denen das gleiche passiert ist. In den meisten großen Städten gibt es daher mittlerweile Selbsthilfegruppen oder Vereine für verwaiste Eltern.

Aber auch den Freunden und Verwandten kann man klar machen, dass man sie braucht und dass es wichtig ist, über den Tod des Kindes zu sprechen und ihn nicht einfach auszublenden. So kann man ihnen die Unsicherheit nehmen und sie als die wertvolle Ressource nutzen, die sie als mitfühlende und mitleidende Menschen sein können. Besonders bei Fehl- oder Totgeburten ist es wichtig, anderen klar zu machen, dass das verlorene Kind für die Eltern schon eine eigenständige und geliebte Person war, um die man genau so trauert, wie man um einen anderen, älteren Menschen trauern würde.

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Kai Sender
Sozialarbeiter
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