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Frühzeitig Verantwortung übernehmen: An die Familie denken

    © Alexander Limbach / Fotolia.com

Mit dem Tod beschäftigt sich zu Lebzeiten kaum jemand gerne. Dennoch gibt es Situationen, bei denen es sich lohnt, schon früh an später zu denken, um den geliebten Angehörigen nach dem eigenen Ableben verschiedene Aufgaben und Herausforderungen einfacher zu machen. Sie müssen sich neben der Bewältigung der Trauer um viele Weitere Dinge kümmern. Jeder kann selbst dazu beitragen, dabei schon beizeiten vorzusorgen und verschiedene Vorkehrungen zu treffen.

Mit dem Tod auseinandersetzen

In unserer Gesellschaft wird das Thema Tod nur zu gerne vernachlässigt oder sogar ausgegrenzt. Viele setzen sich erst im Alter mit ihrem eigenen Lebensende auseinander. Nicht selten erkennen sie dann, dass einiges hätte anders gemacht werden können oder dass es für manches zu spät ist.

Der Gedanke an den eigenen Tod ist oft mit verschiedenen Ängsten verbunden – mit ein Grund, weshalb wir uns gerne davor drücken, überhaupt darüber nachzudenken. Doch nicht nur uns selbst können wir einen Gefallen tun, dies frühzeitig in Angriff zu nehmen. Einerseits ist niemand vor einem plötzlichen Schicksalsschlag gefeit und kann so eher als vermutet mit dem Tod konfrontiert sein. Andererseits ist es ein quälendes Gefühl zu wissen, dass geliebte Menschen einmal um uns trauern werden und nach unserem Ableben auf sich selbst gestellt sind, ohne dass wir ihnen selbst Trost spenden und sie weiter unterstützen können.

Wer sich dieses Themas annimmt, übernimmt nicht nur für sich selbst, sondern auch für Angehörige und Freunde Verantwortung und kann sich für entsprechende Situationen wappnen und vorbereiten:

  • Ängste abbauen: Wer sich intensiv mit dem Tod beschäftigt, kann mögliche Ängste besser bewältigen oder gar ganz abbauen. Meist ist es die Unwissenheit über so viele Details in diesem Zusammenhang, die für die verschiedenen Ängste verantwortlich ist.
  • Ein erfüllteres Leben genießen: Wer sich seiner eigenen Endlichkeit deutlich bewusst ist, kann vieles im Alltag gezielter erleben und genießen. Dinge werden nicht mehr unnötig aufgeschoben und manches vielleicht mutiger angepackt.
  • Vorsorge treffen: In manchen Situationen ist es notwendig für den Fall der Fälle vorzusorgen, etwa wenn es um die finanzielle Absicherung der Familie geht. Auch wenn etwa versäumt wurde, ein Testament schriftlich festzuhalten, kann der individuelle letzte Wille nur schwer auf Grundlage von mündlichen Aussagen durchgesetzt werden.

Gemeinsam über das Lebensende sprechen

Mit dem Tod muss man sich nicht zwangsläufig alleine auseinandersetzen. Im Gespräch mit anderen fällt es meist viel leichter, einen Zugang zu finden und sich gegenseitig auszutauschen. Viele wachsen heute nicht mehr selbstverständlich mit den eigenen Großeltern auf wie es früher üblich war. Dann fehlt oft der Bezug zur älteren Generation. In solchen Fällen gerät das Thema Tod häufig ganz aus dem Fokus, weil es im Alltag schlicht überhaupt nicht präsent ist.

Dabei können gerade alltägliche Gespräche – es muss gar nicht zwangsläufig um den Tod selbst gehen – dazu beitragen, sich ein genaueres Bild von seinem eigenen Alter, dem Lebensende und den vielen Details und Umständen, die dazugehören, machen zu können. Auch dies hilft dabei, die Angst vor dem Tod zu verlieren, denn er wird durch die Nähe zu betroffene Personen oder Erzählungen weniger abstrakt.

    © Sergii / Fotolia.com

Kinder auf den Tod vorbereiten

Wer selbst Kinder hat, muss mit der Tatsache leben, dass auch sie sich einmal mit dem Tod der Eltern auseinandersetzen müssen. Sie „im Stich zu lassen“ ist ein schmerzliches Gefühl für Väter und Mütter, denn man möchte ihnen die Trauer über den Verlust möglichst ersparen. Auch hier ist es sinnvoll, sich der Verantwortung zu stellen, das Thema nicht notorisch auszuklammern, sondern gezielt das Gespräch zu suchen. Selbst kleinere Kinder können schon lernen, was der Tod mit sich bringt. So kann man sie frühzeitig auf die Auseinandersetzung mit ihrer Trauer vorbereiten.

Im gegenseitigen Austausch kann ganz konkret über die Ängste gesprochen werden. Je offener damit umgegangen wird, umso leichter wird es später fallen, sich dem Tod oder der Trauer zu stellen. So kann es etwa beruhigend und erleichternd sein, zu wissen, dass sich die Angehörigen gut umeinander kümmern werden oder alles dransetzen werden, um den letzten Willen wunschgemäß umzusetzen.

Für die Familie vorsorgen

Genauso kann es tröstlich sein, wenn sichergestellt ist, dass es den Lieben auch nach seinem Tod gutgehen wird. Vor allem in finanzieller Hinsicht können und sollten hier zu Lebzeiten passende Vorsorgemaßnahmen in die Wege geleitet werden. Dabei lassen sich in den verschiedensten Bereichen Vorkehrungen treffen:

  • Der letzte Wille: Um sicherzugehen, dass der persönliche letzte Wille nach dem Tod rechtskräftig umgesetzt werden kann, sollte ein Testament verfassen. Dabei müssen verschiedene Formalien eingehalten werden, andernfalls kann es sein, dass es angefochten werden kann oder gar ganz ungültig ist.
  • Finanzielle Verpflichtungen absichern: Bei einem (plötzlichen) Todesfall müssen Angehörige oft finanzielle Verpflichtungen des Verstorbenen übernehmen. Dies kann eine riesige Belastung darstellen. Vor allem bei Kreditverträgen ist es deshalb sinnvoll, die Hinterbliebenen gut abzusichern. Der Abschluss einer Restschuldversicherung kann hier für verschiedene Fälle eine sinnvolle Maßnahme sein. Sie erhöht zwar die Kreditkosten, allerdings müssen die Angehörigen die Restschuld dann nicht selbst übernehmen – sie wird über die Versicherung gedeckt.

Darüber hinaus ist es auch grundsätzlich sinnvoll, für die Familie vorzusorgen, wenn der eigene Tod eine finanzielle Lücke durch das fehlende Einkommen hinterlässt. Dann kann eine Risikolebensversicherung die Angehörigen entsprechend absichern. In den Verträgen sind die .

  • Vorsorge für die Beerdigung: Eine Beerdigung wirft mitunter unerwartet hohe Kosten auf. Wer nicht möchte, dass die Hinterbliebenen mit den Ausgaben belastet werden, kann mit Hilfe einer Versicherung vorsorgen (Sterbegeldversicherung). Darüber hinaus können im Rahmen einer Bestattungsverfügung – ähnlich wie beim Testament – Wünsche zu Art und Durchführung der Trauerfeier und der Bestattung selbst festhalten.
  • Versorgung minderjähriger Kinder: Eigene oder adoptierte Kinder unterliegen bis zu ihrem 18. Lebensjahr dem Sorgerecht der Eltern. Versterben diese vorher, muss diese Verantwortung von einer anderen Person übernommen werden. Eltern können auch bei diesem Punkt frühzeitig vorsorgen und schriftlich einen möglichen Vormund bestimmen, der sich dann um das oder die Kinder kümmert.

Ans Leben im Alter denken

Mit der 1995 geschaffenen gesetzlichen Pflegeversicherung hat der Gesetzgeber eine wichtige Grundlage zu unserer Versorgung im Alter geschaffen und damit auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert. Anders als früher wird die Pflege heute nicht mehr selbstverständlich von Angehörigen übernommen. Einerseits ist dies nicht immer möglich, schließlich haben sich auch traditionelle Familienmodelle verändert. Andererseits möchten viele ihre Familie nicht mit dieser Aufgabe belasten.

Die individuellen Wünsche sind in diesem Bereich zwar sehr unterschiedlich, dennoch wünscht sich ein großer Teil, gegebenenfalls zuhause gepflegt werden zu können. Dies stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen, sowohl in Hinblick auf die Kosten als auch auf die psychische Belastung. Jeder sollte sich deshalb Gedanken darüber machen, welche Möglichkeiten es für das persönliche Leben im Alter gibt und dies intensiv mit seiner Familie diskutieren.

Im Dialog lässt sich eher herausfinden, welche Lösung im Falle einer Pflegebedürftigkeit für alle die beste ist oder auch welche Ängste oder Bedenken in diesem Zusammenhang auftauchen. Zudem kann in einer Betreuungs- und/oder Patientenverfügung festgelegt werden, wie in bestimmten Situationen verfahren werden soll. 

    © Anja Götz / Fotolia.com

Nicht nur bei der Vorsorge durch verschiedene Versicherungen oder beim Festhalten der individuellen Wünsche sammeln sich bereits zahlreiche wichtige Dokumente an. Auch im übrigen Lebensalltag einer Person fallen Informationen an, die nach dem Tod für die Angehörigen wichtig werden können. Zu einer vorausschauenden Verantwortung gehört es deshalb auch, maßgebliche Dokumente und Daten sicher aufzubewahren oder einer Vertrauensperson im Zweifelsfall auch den Zugang dazu zu ermöglichen.

Das Testament kann beispielsweise zusammen mit der Bestattungsverfügung und Versicherungsverträgen zur Vorsorge der Familie in einem Bankschließfach aufbewahrt werden. Allerdings muss dann sichergestellt sein, dass eine weitere Person von dem Schließfach und seinem Inhalt weiß, sowie dass sie gegebenenfalls darauf zugreifen kann. Ein Testament kann darüber hinaus auch an offizieller Stelle bei einem Nachlassgericht hinterlegt werden.

 

 

 

 

 

 

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Kai Sender
Sozialarbeiter
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