Brigitte Anne-Marie Bardot

* 28.09.1934 in Paris
† 28.12.2025

Angelegt am 28.12.2025
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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Brigitte Anne-Marie Bardot, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Brigitte Bardot

28.12.2025 um 18:58 Uhr von Redaktion

Brigitte Anne-Marie Bardot (oft abgekürzt zu BB, * 28. September 1934 in Paris, † 28. Dezember 2025 in Saint-Tropez) war eine französische Filmschauspielerin, Sängerin und Fotomodell.

Bardot galt besonders in den 1950er und 1960er Jahren als internationales Sexsymbol. Meistens wurde sie als hedonistische, sexuell freizügige und selbstbewusste Schönheit besetzt und prägte damit im Kino einen neuen Frauentyp in der Anfangszeit der Sexuellen Revolution. Zu ihren bekanntesten Filmen zählen Und immer lockt das Weib, Die Wahrheit, Die Verachtung und Viva Maria!. Als Sängerin veröffentlichte sie mehrere Alben und zahlreiche Singles. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere 1973/1974 zog sich Bardot aus dem Showgeschäft zurück und widmete sich vor allem dem Tierschutz.

Leben
Bardots Eltern waren Anne-Marie „Toti“ Mucel (1912–1978) und Louis „Pilou“ Bardot (1896–1975), ein lothringischer Industrieller. Ihre Schwester Mijanou Bardot war ebenfalls Schauspielerin. Während des Zweiten Weltkriegs bezog die katholisch geprägte Familie ein Appartement in der Rue de la Pompe im 16. Arrondissement von Paris.

Bardot begann 1947 eine Ausbildung in klassischem Ballett. Mit 15 Jahren wurde sie als Fotomodell entdeckt. Ihre natürliche Haarfarbe war brünett, doch wurde sie zu einer der berühmtesten Blondinen der Mediengeschichte. In kürzester Zeit gehörte sie zu den meistgefragten Mannequins von Paris. Dem Regisseur Marc Allégret fiel ihre sinnliche Schönheit, gepaart mit mädchenhafter Unschuld, auf. Mit Allégrets Mitarbeiter Roger Vadim, der später selbst als Regisseur in Erscheinung trat, begann Bardot eine Liebesaffäre; am 21. Dezember 1952 heirateten sie. Bardot wurde zu Vadims Lieblingsschauspielerin; ihre Karriere erhielt durch ihn wesentliche Impulse.

Nach der Scheidung von Vadim im Jahr 1957 heiratete Bardot 1959 den Schauspieler Jacques Charrier. 1960 wurde ihr Sohn Nicolas-Jacques Charrier geboren, der beim Vater und den Großeltern aufwuchs. 1963 ließ sich das Paar scheiden. Von 1966 bis 1969 war Bardot mit dem als Playboy bekannten Gunter Sachs verheiratet. Bardot führte bis zum Ende ihrer Filmkarriere ein glamouröses Jetset-Leben, insbesondere an der Côte d’Azur, zu deren internationaler Berühmtheit sie beitrug.

Zuletzt lebte sie zurückgezogen in Saint-Tropez und meldete sich gelegentlich zu Tierschutzfragen zu Wort, denen sie durch ihre Bekanntheit zu Aufmerksamkeit zu verhelfen suchte. Mit Hilfe ihrer 1986 gegründeten, dem Tierschutz verschriebenen Stiftung unterhielt sie am Rande des Ortes eine Farm, auf der sie sich um gerettete Tiere kümmerte. Seit 1992 war sie mit dem Industriellen Bernard d’Ormale (* 1941) verheiratet. Ihre oft impulsiven Äußerungen zum rituellen Schlachten und der Einwanderungspolitik Frankreichs führten dazu, dass sie mehrmals zu Geldstrafen wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Unter dem Label Brigitte Bardot Lingerie ließ sie von historischen Modellen inspirierte Dessous, Bademoden und Nachtwäsche herstellen und vertreiben.

Im Sommer 2023 wurde sie mit Atemproblemen ins Krankenhaus eingeliefert. Im Oktober und November 2025 hatte sie mehrere Krankenhausaufenthalte und einen chirurgischen Eingriff. Am 28. Dezember 2025 starb sie im Alter von 91 Jahren an ihrem Wohnort Saint-Tropez.

Bedeutung
Dass sie nicht nur ein Sexsymbol war, sondern auch den Wandel des Rollenbilds der Frau in einer noch eher prüden, familienorientierten Epoche vorantrieb, beschrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung 2014 anlässlich von Bardots 80. Geburtstag im Kontext eines von Emotionalität und Individualismus geprägten Charakters:

„Mit Filmen wie Die Wahrheit, Die Verachtung und Viva Maria! schrieb BB nicht nur Filmgeschichte. Sie hat mit ihrer Sinnlichkeit, selbstbestimmten Weiblichkeit und Erotik der sexuellen Revolution den Weg bereitet. Sie schuf ein neues Frauenbild. Weibliche Schönheit durfte sexy und selbstbewusst sein. Ungeniert offenbarte sie ihren Traumkörper den gierigen Objektiven der Fotografen. Aus ihren Affären machte sie keinen Hehl. Während ihr Ehemann Vadim mit ihr Und immer lockt das Weib drehte, begann sie mit Filmpartner Jean-Louis Trintignant eine Beziehung […]. ‚Ich habe viel und leidenschaftlich geliebt. Das liegt in meiner Natur‘, sagte BB in einem Interview […].“[10]

Die Philosophin und Frauenrechtlerin Simone de Beauvoir beschrieb Bardot 1959 wegen ihrer Freiheitsliebe und Modernität als „Lokomotive des Feminismus“, und die Roman-, Theater- und Drehbuchautorin Marguerite Duras verehrte sie als „la Reine Bardot“. In den 1950er und 1960er Jahren war Bardot eine der meistfotografierten Frauen der Welt. Sie trug zur Popularisierung des Bikinis, lasziv verwuschelter Beehive-Frisuren sowie von Kleiderstoffen mit Vichy-Karo bei und war eine Stilikone ihrer Zeit.

1968 durfte Bardot als Zeichen der Anerkennung ihrer Verdienste um Frankreich als erste Schauspielerin Modell für die Marianne stehen, einer Büste, die als Symbol der französischen Republik die Rathäuser des Landes schmückt und auf Briefmarken der französischen Post abgebildet ist. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron bezeichnete Bardot in einem Nachruf als „Legende des Jahrhunderts“.

Film- und Chansonkarriere
1952 drehte Bardot unter der Regie von Jean Boyer ihren ersten Spielfilm, Le Trou Normand. Darin spielt sie Javotte, ein junges Mädchen, das von seiner Mutter benutzt wird, um zu verhindern, dass der Besitz von deren verstorbenem Liebhaber, der Landgasthof Trou Normand, an seinen Sohn fällt. Javotte soll dem Sohn den Kopf verdrehen, damit er seine Ausbildung vernachlässigt, deren Abschluss laut Testament die Voraussetzung für den Antritt des väterlichen Erbes ist. Die Dorfbewohner, darunter der Lehrer und dessen Tochter, die ebenfalls Lehrerin ist, unterstützen den jungen Mann, um den bösen Plan von Javottes Mutter zu vereiteln. Bereits hier spielt Bardot das frivole junge Mädchen, das sich zum Vergnügen und ohne schlechtes Gewissen auf die Intrige einlässt. Am Ende siegt jedoch die Moral: Der junge Mann verliebt sich in das brave Mädchen, die Lehrerstochter, und die Ordnung im Dorf ist wiederhergestellt.

Bardots erster im Ausland vielbeachteter Film war 1956 zugleich Roger Vadims Debüt als Regisseur, Und immer lockt das Weib, in dem sich die von Bardot dargestellte junge Frau zwischen drei Männern entscheiden muss, die von ihrer freizügigen, ungestümen Art fasziniert sind. Der Film wurde auch in Amerika ein großer Erfolg, da er die Grenzen dessen hinterfragt, was damals in der Darstellung von Erotik erlaubt war. Die meisten Kopien des Films waren um mehrere Szenen gekürzt, damit sie den Vorgaben der Zensur genügten. Dennoch gelang Bardot mit Und immer lockt das Weib der internationale Durchbruch. An ihrer Seite spielten der bereits zum Leinwandstar gereifte Curd Jürgens und Jean-Louis Trintignant, der wie Bardot am Anfang seiner Schauspielkarriere stand.

In den 1960er Jahren folgten mit Die Wahrheit (1960), Die Verachtung (1963) und Viva Maria (1965) weitere große Erfolge für sie. Insbesondere Die Verachtung nach dem gleichnamigen Roman von Alberto Moravia und unter der Regie von Jean-Luc Godard gilt heute als Meisterwerk. Die Ehe des Drehbuchautors Paul (dargestellt von Michel Piccoli) zerbricht während seiner Arbeit an einem Film über die Irrfahrten des Odysseus. Obwohl der Film kommerziell nur mäßig erfolgreich war, zeigt sich seine nachhaltige Bedeutung darin, dass eine Auswahl der Standbilder noch 2016 für das offizielle Plakat der Filmfestspiele von Cannes Verwendung fand. Bardot spielt hier nicht die gewissenlose Sirene, die sie sonst oft verkörperte, sondern spiegelt das Bild der verführerischen Frau, das Risse bekommt; sie ist auch das Opfer der Männer – und des männlichen Blicks der Medienindustrie.

Neben der Filmarbeit betätigte sich Bardot als Sängerin teils romantischer, teils frecher Chansons, die auf ihr provokantes Wesen zugeschnitten waren. Bekannt ist vor allem Harley Davidson (1967) aus der Feder von Serge Gainsbourg; im Filmclip zu diesem Song besteigt Bardot in ultrakurzem Lederrock und oberschenkellangen Stiefeln das besungene Motorrad. Zunächst sollte auch Gainsbourgs Je t’aime … moi non plus mit ihr als Sängerin erscheinen. Sie zog jedoch aus privaten Gründen ihre Zustimmung zur Veröffentlichung der bereits fertig produzierten Aufnahme zurück, sodass der Titel 1969 zunächst in einer Neuaufnahme mit Jane Birkin herauskam. Die Fassung mit Bardot wurde erst 1986 veröffentlicht.

Bei ihrem ersten Aufenthalt in Rio de Janeiro lernte Bardot 1964 auf der Flucht vor aufdringlichen Fotografen und Journalisten das brasilianische Fischerdorf Búzios kennen. Mehrmals kam sie für längere Aufenthalte dorthin zurück. Bereits Privatleben (1962) griff einige Aspekte, insbesondere auch die Nachteile ihres großen Ruhms auf, die sie im wahren Leben an Orten wie Búzios zu vergessen suchte. Im Film erlöst hingegen ein unbeabsichtigter, doch offenbar als glücklich erlebter Sturz in den Tod die von Bardot gespielte Frauenfigur Jill. Bardot selbst unternahm in jungen Jahren mehrere Suizidversuche.

1973 beendete Brigitte Bardot ihre Schauspielkarriere. Seitdem hat sie keinen Spielfilm mehr gedreht, es folgten auch keine weiteren Musikaufnahmen. 1982 porträtierte der französische Journalist Allain Bougrain-Dubourg Bardot und ihr Leben in der dreiteiligen Fernsehdokumentation Brigitte Bardot – So wie sie ist. 2025 wurde beim internationaleb Filmfestspielen von Cannes ein von Alain Berliner und Elora Thévenet in Zusammenarbeit mit Bardot produzierter Dokumentarfilm mit dem Titel Bardot gezeigt, basierend auf unveröffentlichtem Archivmaterial, Aussagen von Zeitzeugen und Rekonstruktionen (ab Dezember 2025 in den Kinos).

Engagement für den Tierschutz
Bereits im Januar 1962, lange vor dem Erwachen der Umwelt- und Tierschutzbewegung in Frankreich und anderen westlichen Staaten, äußerte Bardot in einem Fernsehinterview, das sie ganz diesem Thema widmete, dass die Schlachtmethoden in Frankreich modernisiert werden sollten. Statt dem Vieh bei lebendigem Leib die Kehle durchzuschneiden, sollte das Bolzenschuss-Betäubungsverfahren verpflichtend eingeführt werden, das bereits in England und Dänemark verbreitet war. Bardot wurde daraufhin vom zuständigen Minister der französischen Regierung eingeladen, ihm die neue Schlachtmethode zu erläutern. Im April 1964 verabschiedete die Regierung ein Gesetz, das die Verwendung des neuartigen Verfahrens vorschrieb.

1968 schrieb die im US-Bundesstaat Maine lebende französischsprachige Schriftstellerin Marguerite Yourcenar einen Brief an Bardot, durch den es ihr gelang, sie für Kampagnen gegen die Robbenjagd in Kanada zu gewinnen. Insbesondere prangerte Bardot Umfang und Methoden der Robbenjagd an. Um ein Zeichen zu setzen, verbrannte sie bei einer Demonstration in Paris einmal öffentlich Pelze. 1977 ließ der französische Staatspräsident, Valéry Giscard d’Estaing, den Import von Robbenfellen nach Frankreich verbieten. Auch von allen späteren Präsidenten wurde Bardot empfangen.

In den 1970er und 1980er Jahren versteigerte sie einen Teil ihres Privatbesitzes und gründete 1986 mit dem Gewinn ihre Stiftung „für die Rettung der Tiere in aller Welt“, wie es in den Statuten heißt. Laut dem Bericht des französischen Rechnungshofs (Cour des Comptes) vom 20. November 2019 verfügte die Stiftung 2017 über ein Jahresbudget von 16,4 Millionen Euro und ein Vermögen von über 21 Millionen Euro. Der Rechnungshof kritisierte, dass die Angaben über die gesammelten Mittel nicht den in den geprüften Jahren geltenden reglementarischen Bestimmungen entsprächen, die Stiftung von 2013 bis 2017 nicht alle Berichts- und Rechnungslegungspflichten im Zusammenhang mit ihren öffentlichen Spendenaufrufen erfüllt und den Spendern nicht alle erforderlichen Informationen zur Verfügung gestellt habe.

Bardot unterhielt mithilfe der Stiftung in Frankreich und weiteren Ländern mehrere Farmen zur Pflege geschundener Tiere. Sie war zudem aktive Unterstützerin der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, die 2011 ein Schiff nach ihr benannte. Sie meldete sich immer wieder mit Petitionen und öffentlichen Briefen über Fragen des Tierschutzes medienwirksam zu Wort.

Kontroverse politische Äußerungen

Seit den 1990er Jahren wurde Bardot öfter mit dem Umfeld des Front National in Zusammenhang gebracht. Ihr letzter Ehemann, Bernard d’Ormale, war ein Freund von Jany Le Pen, der zweiten Ehefrau von Jean-Marie Le Pen, und stand dadurch dem Ehepaar Le Pen nahe.

In den letzten Jahrzehnten ihres Lebens machte sie zudem Schlagzeilen mit migrationskritischen Aussagen, die mitunter als rechtsextrem gewertet wurden. Gelegentlich beklagte Bardot öffentlich die „Überfremdung“ ihres Landes und traf rassistische Aussagen. Nach Darstellung der deutschen Tageszeitung taz tätigte sie in ihren letzten Lebensjahren menschenfeindliche Äußerungen auch gegen Schwule, Obdachlose und Linke. Mehrmals stand Bardot wegen des Vorwurfs der Anstiftung zum Rassenhass vor Gericht. 1997 wurde sie in einem Fall freigesprochen, bei dem es um einen umstrittenen Beitrag in der Tageszeitung Le Figaro ging. Wegen Äußerungen zum islamischen Schächten wurde sie zu geringfügigen Geldstrafen verurteilt.

2003 wurde ihr Buch Un cri dans le silence (deutsch: Ein Ruf aus der Stille) veröffentlicht. Darin warnt sie vor einer Islamisierung Frankreichs und kritisiert die moderne Kunst, die Verweichlichung der Männer, die hastig eingenommenen Mahlzeiten (Fast-Food-Kultur) und die damit verbundene Verschlechterung der Ernährung der Franzosen. Ihrem französischen Verlag zufolge war Un cri dans le silence das erfolgreichste französische Buch des Jahres 2004. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb über den Inhalt: „Man erkennt die Sprache des Populismus – und man erträgt den Rundumschlag über weite Strecken, weil er mit der niemals zu ruinierenden, charmanten, geistvollen Frechheit des französischen Chansons vorgetragen wird.“ Die Bewegung gegen Rassismus und für Völkerfreundschaft MRAP bezeichnete das Buch dagegen als „Lawine aus Schmutz und Hass“.

Bardot äußerte später, sie wolle nie wieder mit irgendeiner politischen Vereinigung oder Partei in Verbindung gebracht werden. Sie habe immer für jene Kräfte gestimmt, die versprochen hätten, das Anliegen des Tierschutzes voranzutreiben. Vor Marine Le Pen, die 2013 ankündigte, nach ihrer Wahl zur Staatspräsidentin das rituelle Schlachten zu verbieten, habe sie schon die Konservativen Giscard d’Estaing und Jacques Chirac sowie den Sozialisten Lionel Jospin unterstützt. „Dass sie heute [dennoch] oft als böse Hexe oder üble Rassistin wahrgenommen wird, im Ausland mehr als zu Hause in Frankreich, daran ist sie auch selbst schuld“, urteilt Der Spiegel, „[…] so radikal, wie sie sich [nach 1970] von Glamour und Ruhm abwandte, so radikal, ja extremistisch, hat sie sich ihrem später gefundenen Lebenszweck verschrieben.“ Sie habe zwar auf ungeschickte Weise – in dem ihr eigenen, unabhängig vom Thema stets kompromisslosen Denken und Reden – vom Schächten auf den Islam und Einwanderer im Allgemeinen Rückschlüsse gezogen, doch mache sie dies noch lange nicht zur „rechten Galionsfigur“.

Bei den Europawahlen 2019 rief Bardot dazu auf, für den Parti Animaliste zu stimmen. Anfang desselben Jahres solidarisierte sie sich mit der außerparlamentarischen Gelbwestenbewegung.

In einem offenen Brief an den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, den sie nach dessen Amtsantritt im Juli 2018 getroffen hatte, erinnerte sie 2020 an Forderungen, die seitdem unerfüllt geblieben seien: die Abschaffung der Käfighaltung in der Geflügelzucht, der Pferdeschlachtung, des rituellen Schächtens und der systematischen Tötung männlicher Küken. In diesen Punkten hinke die Gesetzgebung Frankreichs hinter der anderer europäischer Länder her. In dem Schreiben klagt Bardot Macron an, „weder Empathie noch Menschlichkeit“ zu besitzen. „Wir haben genug von dem Blabla, den fruchtlosen Debatten, schreiten Sie zur Tat!“ („On en a marre des bla bla bla, des débats stériles, passez aux actes.“) rief sie Macron auf, der sich 2022 erneut zur Wahl stellte. Nach einem unterstützenden Brief Macrons an die Jägerschaft des Landes im Wahlkampf verfasste Bardot im April 2022 erneut ein öffentliches Schreiben an ihn, in dem sie ihn beschuldigt, um die Stimmen von Tiertötern zu betteln, um seine Regierungsmacht zu sichern. Er sei der „Putin“ der Natur und der Tiere, ein verachtenswerter und verachteter „Zerstörer“ (die hier zitierten Vergleiche setzte Bardot selbst in Anführungszeichen). „Sie sind der Präsident des Niedergangs, des absoluten Desinteresses an den Franzosen und Frankreich, der sich tief verschuldet und Milliarden […] ausgibt, um die schwelenden Aufstände zu löschen, die seine Regierungsform bedrohen.“

Von dem mit rechtsextremen Aussagen angetretenen Präsidentschaftskandidaten Eric Zemmour distanzierte sich 2022 Bardot. Er hatte Jäger als „Naturliebhaber“ und die „wahren Umweltschützer“ bezeichnet. Zuvor sei sie, schrieb Bardot auf Twitter, „stolz“ auf seinen Mut, seine Aufrichtigkeit, Stärke und Intelligenz gewesen. Nun jedoch bescheinigte sie Zemmour ein „kaltes und gleichgültiges Herz“ gegenüber menschlichem und tierischem Leid.

Filmografie
1952: Le Trou Normand – Regie: Jean Boyer
1952: Sommernächte mit Manina (Manina, la fille sans voile) – Regie: Willy Rozier
1953: Le Portrait de son père – Regie: André Berthomieu
1953: Ein Akt der Liebe (Un acte d’amour) – Regie: Anatole Litvak
1954: Versailles – Könige und Frauen (Si Versailles m’était conté)
1954: Verrat (Tradita) – Regie: Mario Bonnard
1954: Dunkelroter Venusstern (Le Fils de Caroline Chérie) – Regie: Jean Devaivre
1955: Von Sensationen gehetzt (Les Dents longues) – Regie: Daniel Gélin
1955: Reif auf jungen Blüten (Futures vedettes) – Regie: Marc Allégret
1955: Doktor Ahoi! (Doctor at Sea)
1955: Das große Manöver (Les Grandes Manœuvres)
1955: Gier nach Liebe (La Lumière d’en face) – Regie: Georges Lacombe
1956: Die schöne Helena (Helen of Troy)
1956: Pariser Luft (Cette sacrée gamine) – Regie: Michel Boisrond
1956: Neros tolle Nächte (Mio figlio Nerone)
1956: Das Gänseblümchen wird entblättert (En effeuillant la marguerite)
1956: Die Braut ist viel zu schön (La mariée est trop belle) – Regie: Pierre Gaspard-Huit
1956: … und immer lockt das Weib (Et Dieu créa la femme)
1957: Die Pariserin (Une Parisienne) – Regie: Michel Boisrond
1958: In ihren Augen ist immer Nacht (Les Bijoutiers du clair de lune) – Regie: Roger Vadim
1958: Mit den Waffen einer Frau (En cas de malheur)
1959: Ein Weib wie der Satan (La Femme et le Pantin)
1959: Babette zieht in den Krieg (Babette s’en va-t-en guerre)
1959: Wollen Sie mit mir tanzen? (Voulez-vous danser avec moi?) – Regie: Michel Boisrond
1960: Die Wahrheit (La Vérité)
1961: In Freiheit dressiert (La Bride sur le cou)
1961: Galante Liebesgeschichten (Les Amours célèbres) – Regie: Michel Boisrond (Episode „Agnès Bernauer“)
1962: Privatleben (Vie privée)
1962: Das Ruhekissen (Le Repos du guerrier) – Regie: Roger Vadim
1963: Die Verachtung (Le Mépris)
1965: Geliebte Brigitte (Dear Brigitte)
1966: Masculin – Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca-Cola (Masculin féminin: 15 faits précis, Cameo-Auftritt)
1967: Zwei Wochen im September (À cœur joie) – Regie: Serge Bourguignon
1968: Außergewöhnliche Geschichten (Histoires extraordinaires)
1968: Shalako
1969: Oh, diese Frauen (Les Femmes)
1970: Der Bär und die Puppe (L’Ours et la Poupée) – Regie: Michel Deville
1970: Die Novizinnen (Les Novices) – Regie: Guy Casaril
1971: Rum-Boulevard (Boulevard du Rhum) – Regie: Robert Enrico
1971: Petroleum-Miezen (Les Pétroleuses)
1973: Don Juan 73 (Don Juan ou Si Don Juan était une femme …) – Regie: Roger Vadim
1973: L’Histoire très bonne et très joyeuse de Colinot Trousse-Chemise – Regie: Nina Companéez

Bekannte Chansons
Ah! Les petites femmes de Paris („Die hübschen Frauen von Paris“) – mit Jeanne Moreau, aus dem Film Viva Maria!
Ay que viva la sangria („Es lebe die Sangria!“)
Bonnie and Clyde
Bubble gum („Bubbelgum“)
C’est rigolo („Es ist lustig“)
Ce n’est pas vrai („Es ist nicht wahr“)
Comic strip („Comicheft“) – mit Serge Gainsbourg
Danser („Tanzen“)
Écoute le temps
Faite pour dormir („Wie zum Schlafen geschaffen“)
Flamenco – mit Manuel de Plata
Go west
Harley Davidson („Ich brauche niemanden außer Harley Davidson“)
Je t’aime … moi non plus („Ich liebe dich … mich nicht mehr“) – mit Serge Gainsbourg – 1966, 1986 veröffentlicht
Je reviens vers toi („Ich komme zu dir zurück“)
L’appareil à sous („Die Musikbox“)
La bise aux hippies („Küsschen für die Hippies“)
La fille de paille („Das Strohmädchen“)
La Madrague („Die Madrague“) – der Titel erinnert an den Namen von Bardots Anwesen in Saint-Tropez
Le soleil („Die Sonne“)
Le soleil de ma vie („Du bist die Sonne meines Lebens“) – mit Sacha Distel
Les amis de la musique („Die Musikfreunde“)
Maria ninguém („Maria l’Amour“)
Moi, je joue („Ich spiele“)
Noir et blanc („Schwarz und weiß“)
Nue au soleil („Nackt in der Sonne“)
Stanislas – mit Les Frères Jacques
Tu veux ou tu veux pas? („Willst du, oder willst du nicht?“)
Un jour comme un autre („Ein Tag wie der andere“)
Une histoire de plage („Eine Strandgeschichte“)
Contact („Meine Liebe kehrt zurück in die Galaxie“)

Auszeichnungen
1961: David di Donatello in der Kategorie Beste ausländische Darstellerin für Die Wahrheit
1967: Nominierung für den BAFTA Award in der Kategorie Beste ausländische Darstellerin für Viva Maria!
1985: Ehrenlegion
1989: Golden Ark Award

Literatur (Auswahl)
Von Brigitte Bardot
mit Daniel Dollfus: Die kleine Robbe. Lentz, München 1979, ISBN 3-88010-051-9.
B.B. Memoiren. Lübbe, Bergisch Gladbach 1996, ISBN 3-7857-0798-3.
Le Carré de Pluton. Mémoires. T. 2. B. Grasset. Paris 1999.
Ein Ruf aus der Stille. Rückbesinnung und Auflehnung. Langen Müller, München 2004, ISBN 3-7844-2946-7.
Pourquoi? Rocher, Monaco 2006.
mit Henry-Jean Servat: Mein privates Leben. Interview mit Henry-Jean Servat. LangenMüller, München 2007, ISBN 978-3-7844-3087-4.
Par amour… et c’est tout ! Emmanuel Bonini, Alphée 2009.
Tränen des Kampfes. Autobiografie. Nagel & Kimche, München 2018, ISBN 978-3-312-01108-7.
Mon BBcédaire. Fayard, Paris 2025.

Über Brigitte Bardot
René Barjavel: Brigitte Bardot, amie des animaux. Éditions Fernand Nathan, 1976.
Simone de Beauvoir: Brigitte Bardot and the Lolita Syndrome. Arno Press, 1960, 52 S., ISBN 978-0-405-03912-6.
Yves Bigot: Brigitte Bardot, la femme la plus belle et la plus scandaleuse au monde. Éditions Don Quichotte, 2014, ISBN 978-2359490145.
Raymond Boyer: Und immer lockt das Weib… Brigitte Bardot. Fotografiert von Sam Levin (Lizenzausgabe des Verlags Love Me Tender, Paris, übersetzt von Jossette Cagli). PPV-Verlag, Zürich 1984, ohne ISBN.
Dominique Choulant: Brigitte Bardot: le Mythe éternel. Autres Temps Editions, 2009.
Alain Delon: Les Femmes de ma vie. Unter Mitarbeit von Philippe Barbier. D. Carpentier, Paris 2011.
Christian Dureau: Brigitte Bardot. Et le Cinéma créa sa star. Carpentier, Paris 2008.
Bernard de Eckardt: Brigitte Bardot. Ihre Filme – ihr Leben. Heyne, München 1989, ISBN 3-453-86050-0.
Julia Encke: Adieu, BB – Ein Nachruf zu Lebzeiten. In: Süddeutsche Zeitung, 19. Juni 2004
Nathalie Hillmanns: Simone de Beauvoir / Brigitte Bardot. Fischer-Taschenbuch-Verlag, 2000, ISBN 3-596-14734-4.
Pascal Louvrier: Vérité BB. Éditions Tohu-Bohu, 2019, ISBN 978-2-376-22204-0.
Katja Nicodemus: Mein Mythos, was ist das? In: Die Zeit, 9. Februar 2006
Marc de Raemy, Brigitte Bardot, Léonard de Raemy: Brigitte Bardot. Vue par Léonard de Raemy. Carpentier, Paris 2011.
Catherine Rihoit: Brigitte Bardot – un mythe français. Éditions Olivier Orban, 2003.
Françoise Sagan, Ghislain Dussart: Brigitte Bardot racontée par Francoise Sagan, vue par Ghislain Dussart. Éditions Flammarion, 1975, ISBN 978-2-08-010747-3, Neuauflage 1992, 122 S., ISBN 2-08-010747-X.
Alice Schwarzer: Brigitte Bardot, Schauspielerin in: Alice Schwarzer porträtiert Vorbilder und Idole. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003, ISBN 978-3-462-03341-0, S. 140–147. (Erstveröffentlichung in Die Zeit, 4. Oktober 1996)
Henri de Stadelhofen: Brigitte Bardot. Offizielle Biografie. 20 Abbildungen. Carussell communications, 1986, ISBN 3-922594-18-2.
Brigitte Tast, Hans-Jürgen Tast: Brigitte Bardot. Filme 1953–1961. Anfänge des Mythos B.B. Kulleraugen, Hildesheim 1982, ISBN 3-88842-109-8.
Alain Wodrascka, François Bagnaud: Bardot l’indomptable. Hugo, Paris 2011, ISBN 978-2755608717
Dokumentarfilme (Auswahl)
Eddy Matalon, François Reichenbach: Brigitte Bardot Spécial, französischer Dokumentarfilm 2009 (deutsche Fassung: Brigitte Bardot, die Unbezähmbare, 2010).
David Teboul: Bardot, la méprise, französischer Dokumentarfilm 2013 (deutsche Fassung: BB, eine Liebeserklärung).
Alain Berliner, Elora Thévenet: Bardot, französischer Dokumentarfilm 2025.

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