Fritz Wepper

* 17.08.1941 in München
† 25.03.2024 in München

Angelegt am 25.03.2024
621 Besuche

Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Fritz Wepper, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Fritz Wepper

25.03.2024 um 21:37 Uhr von Redaktion

Fritz Wepper

Fritz Wepper (* 17. August 1941 in München; † 25. März 2024 ebenda) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. International bekannt wurde er 1959 durch den Antikriegsfilm Die Brücke. Seinen Durchbruch hatte er in der Rolle des Assistenten Harry Klein in den Krimiserien Der Kommissar und Derrick. Erfolgreich war er auch mit der Rolle als Bürgermeister in der ARD-Fernsehserie Um Himmels Willen und als Psychiater in der Krimireihe Mord in bester Gesellschaft. Sein filmisches Schaffen umfasst mehr als 110 Film- und Fernsehproduktionen.


Leben
Fritz Wepper wurde 1941 in München als Sohn des Juristen Friedrich Karl Wepper (* 1916), der seit Anfang 1945 als in Polen vermisst galt, und der Hausfrau Wilhelmine Wepper (1920–2009) geboren. Sein jüngerer Bruder Elmar Wepper (1944–2023) war ebenfalls Schauspieler und Synchronsprecher. Beide Brüder legten das Abitur am Wittelsbacher-Gymnasium München ab.

Ende der 1960er-Jahre hatte Wepper eine Liaison mit der Schauspielerin Iris Berben, die er 1968 bei den Dreharbeiten von Der Mann mit dem Glasauge kennengelernt hatte. Ab 1979 war er mit Angela von Morgen (1942–2019) verheiratet. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor, von denen Sophie ebenfalls Schauspielerin wurde. Wepper und seine Frau trennten sich 2009.

Danach lebte er mit der Kamerafrau und Regisseurin Susanne Kellermann zusammen, mit der er eine Tochter (* 2011) bekam. 2012 trennten sich Wepper und Kellermann, und er kehrte zu seiner Ehefrau Angela zurück, mit der er bis zu ihrem Tod im Januar 2019 zusammenblieb. Im Juli desselben Jahres heiratete er Kellermann.

Fritz Wepper starb am 25. März 2024 nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren in einem Münchener Hospiz.

Karriere
Bereits als Neunjähriger wirkte Wepper in diversen Kindersendungen beim Bayerischen Rundfunk mit. Sein Bühnendebüt gab er 1952 in dem Kinderstück Peter Pan am Münchner Staatstheater. Dem schlossen sich weitere Aufführungen am Münchner Jugendtheater an.

Sein Filmdebüt hatte Wepper 1955 in Hermann Kugelstadts Zirkusfilm Der dunkle Stern, in dem er die Nebenrolle des Hansel übernahm. Eine erste größere Rolle erhielt er an der Seite von Bobby Todd und Hans Elwenspoek als Schneiderssohn Michel in dem Märchenfilm Tischlein, deck dich. International bekannt wurde er 1959 durch Bernhard Wickis mehrfach ausgezeichneten Antikriegsfilm Die Brücke, in dem er den 16-jährigen Albert Mutz verkörperte, der kurz vor Kriegsende im April 1945 zusammen mit sechs seiner Freunde zur Wehrmacht einberufen wird. 1964 erhielt Wepper für seine Rolle des Fliegers Philip Sturgess in Rudolf Jugerts Kriegsfilmdrama Kennwort: Reiher das Filmband in Gold als bester Nachwuchsschauspieler. 1968 war er in dem Edgar-Wallace-Film Der Mann mit dem Glasauge in der Rolle des Bruce Sharringham zu sehen. In den 1960er- und 1970er-Jahren war Wepper auch als Synchronsprecher tätig und lieh dabei u. a. Jean-Louis Trintignant oder John Savage seine Stimme.

Seinen endgültigen Durchbruch als Schauspieler und große Popularität erlangte er durch die Rolle des Harry Klein, in der er zunächst von 1969 bis 1974 als Kriminalhauptmeister und sodann als Assistent von Kommissar Keller (Erik Ode) in der ZDF-Krimiserie Der Kommissar zu sehen war. 1974 wechselte Wepper mit dieser Rolle die Serie und spielte sie anschließend im Rang eines Inspektors und Assistent von Oberinspektor Derrick (Horst Tappert), beginnend mit der Derrick-Folge Waldweg am 20. Oktober 1974. Derrick umfasst 281 Folgen und lief bis 1998. Der Satz „Harry, fahr schon mal den Wagen vor!“ entwickelte sich zu einem geflügelten Wort, obwohl er in der Serie selbst nie so gefallen ist. 2004 lieh Wepper seiner Rollenfigur Harry Klein noch einmal seine Stimme für den Zeichentrickfilm Derrick – Die Pflicht ruft.

1972 spielte Wepper in der Oscar-prämierten Musicalverfilmung Cabaret neben Liza Minnelli unter der Regie von Bob Fosse eine tragende Rolle als jüdischer Lebemann, der sich in der Zeit des wachsenden Antisemitismus in der späten Weimarer Republik zunächst als Christ ausgibt. Nach dem Film Der letzte Kampf von 1983 war Wepper nicht mehr auf der Kinoleinwand zu sehen, er widmete sich danach vor allem Fernsehrollen.

Von Januar 2002 bis zur Einstellung im Juni 2021 spielte Wepper in der ARD-Fernsehserie Um Himmels Willen die Rolle des Bürgermeisters Wolfgang Wöller, erst zusammen mit Jutta Speidel (die 2007 aus der Serie ausstieg) und ab 2007 mit deren Nachfolgerin Janina Hartwig. Die Serie, in der er mit dubiosen Tricks an das Klostergelände der Nonnen zu gelangen versucht, war über einige Jahre die meistgesehene Fernsehserie im deutschen Fernsehen.

2004 gastierte er einmalig in der Krimireihe Tatort als Sportler Hartmut Utz an der Seite von Charlotte Schwab, die seine Ehefrau spielte, in der Folge Abseits des Dresdner Ermittlerduos Ehrlicher und Kain. Daneben sah man Wepper insbesondere in den 2000er-Jahren auch als Hauptdarsteller diverser Fernsehfilme. Von Februar 2007 bis April 2017 war er als Psychiater Dr. Wendelin Winter an der Seite seiner Tochter Sophie in 15 Folgen der ARD-Krimireihe Mord in bester Gesellschaft zu sehen.

Fritz Wepper stand wiederholt gemeinsam mit seinem Bruder Elmar vor der Kamera, so etwa in dem Film Eine verrückte Familie (1957) sowie in den Fernsehserien Der Kommissar (Folge 71, 1974) und Zwei Brüder (17 Episoden) von 1994 bis 2001. 2003 zählte Wepper mit zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie. Im August 2021 erschien unter dem Titel Ein ewiger Augenblick im Heyne Verlag eine Autobiografie Weppers. Im selben Monat wurde vom Bayerischen Rundfunk eine Dokumentation über sein Leben gezeigt.

Im Oktober 2023 machte Wepper bekannt, dass er nicht mehr als Schauspieler arbeiten werde und sein Rückzug von Anfang 2021 wegen schwerer Erkrankungen damit endgültig sei. Zugleich veröffentlichte er in Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau Susanne das Buch Nur mit Hund bin ich ein Mensch.

Filmografie (Auswahl)
1955: Der dunkle Stern
1956: Tischlein, deck dich
1957: Heute blau und morgen blau
1957: Rübezahl – der Herr der Berge
1958: Der Pauker
1959: Der Engel, der seine Harfe versetzte
1959: Die Brücke
1960: Mein Schulfreund
1961: Frage Sieben
1961: Unsere kleine Stadt (Fernsehfilm)
1962: Zahlungsaufschub (Fernsehfilm)
1963: Flucht der weißen Hengste
1963: Der eingebildete Doktor (Fernsehfilm)
1963: Sonderurlaub (Fernsehfilm)
1964: Eines schönen Tages (Fernsehfilm)
1964: Kennwort: Reiher
1965: Die fünfte Kolonne (Fernsehserie, Folge Besuch von drüben)
1966: Hinter diesen Mauern (Fernsehfilm)
1967: Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn
1967: Studenten (Fernsehserie)
1968: Der Arzt von St. Pauli
1969: Tausendundeine Nacht (Fernsehserie)
1969: Das Go-Go-Girl vom Blow-Up
1969: Der Mann mit dem Glasauge
1969: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins
1969–1974: Der Kommissar (Fernsehserie, 66 Folgen)
1970: Ohrfeigen (Sprechrolle)
1970: Wir hau’n die Pauker in die Pfanne
1970: Schmetterlinge weinen nicht
1970: Nachbarn sind zum Ärgern da
1971: Olympia – Olympia (Fernsehfilm)
1972: Cabaret
1972: Sie nannten ihn Krambambuli
1972: Der Ehefeind
1974: Zinngeschrei (Fernsehfilm)
1974–1998: Derrick (Fernsehserie, 281 Folgen)
1977: Die Fälle des Herrn Konstantin (Fernsehserie, 2 Folgen)
1983: Der letzte Kampf
1994–2001: Zwei Brüder (Fernsehserie, 17 Folgen)
1995: Tierärztin Christine II: Die Versuchung (Fernsehfilm)
1995: Zwischen Tag und Nacht (Fernsehserie)
1995: Drei in fremden Kissen (Fernsehfilm)
1996: Drei in fremden Betten (Fernsehfilm)
1999: Die blaue Kanone (Fernsehfilm)
1999: Evelyn Hamanns Geschichten aus dem Leben (Fernsehserie, 3 Folgen)
2000: Zum Glück verrückt – eine unschlagbare Familie
2000: Traumschiff 2000 – Bali (Fernsehreihe)
2001: Vera Brühne (Fernsehfilm)
2001: Mord im Orient-Express (Murder on the Orient Express, Fernsehfilm)
2002: Drei unter einer Decke (Fernsehfilm)
2002: Der Bulle von Tölz: Mord mit Applaus (Fernsehreihe)
2002: Hochwürden wird Papa (Fernsehfilm)
2002–2021: Um Himmels Willen (Fernsehserie, 264 Folgen)
2003: In aller Freundschaft (Fernsehserie, Folge 175 Eifersucht)
2004: Derrick – Die Pflicht ruft (Zeichentrickfilm: Stimme von Harry Klein)
2004: Ein Gauner Gottes (Fernsehfilm)
2004: Ein Engel namens Hans-Dieter (Fernsehfilm)
2004: Männer im gefährlichen Alter (Fernsehfilm)
2004: Das Traumschiff: Samoa (Fernsehreihe)
2004: Tatort: Abseits (Fernsehreihe)
2005: Unter weißen Segeln – Odyssee der Herzen (Fernsehreihe)
2005: Nicht ohne meinen Schwiegervater (Fernsehfilm)
2006: Das Weihnachts-Ekel (Fernsehfilm)
2006: Nicht ohne meine Schwiegereltern (Fernsehfilm)
2006: Kurhotel Alpenglück (Fernsehfilm)
2007: Rikets røst (Fernsehserie, 3 Folgen)
2007: Ein unverbesserlicher Dickkopf (Fernsehfilm)
2007–2017: Mord in bester Gesellschaft (Fernsehreihe, 15 Folgen, siehe Episodenliste)
2008: Das Traumhotel – Karibik (Fernsehreihe)
2008: Unser Mann im Süden (Fernsehserie, 4 Folgen)
2008: Alter vor Schönheit (Fernsehfilm)
2009: Baby frei Haus (Fernsehfilm)
2010: Gräfliches Roulette (Fernsehfilm)
2010: Vater aus heiterem Himmel (Fernsehfilm)
2011: Lindburgs Fall (Fernsehfilm)
2012: Alles außer Liebe (Fernsehfilm)
2014: Gamle venner (Kurzfilm)
2020: Nervensäge (Fernsehfilm)
Auszeichnungen
Bambi: 1970, 1971, 1972, 1975, 1990, 2010
1964: Filmband in Gold als bester Nachwuchsschauspieler in Kennwort: Reiher
1971: Silberner Bravo Otto TV-Star männlich
1981: Goldene Kamera für 157 Assistentenrollen in Derrick
1990: Romy Beliebtester Nebendarsteller
2002: Goldene Europa
2003: Deutscher Fernsehpreis Bester Schauspieler in einer Hauptrolle – Serie für Um Himmels Willen
2004: Karl-Valentin-Orden
2006: Bayerischer Fernsehpreis Beste Seriendarsteller für Um Himmels Willen
2010: Goldene Henne Leserpreis Schauspiel für Um Himmels Willen
2019: Bayerischer Fernsehpreis für sein Lebenswerk
2019: Askania Award (Askania Lebenswerk Award)
2022: Bayerischer Verdienstorden
Publikationen
Fritz Wepper: Ein ewiger Augenblick. Heyne Verlag, 2021, ISBN 978-3-453-21819-2.
Fritz Wepper, Susanne Kellermann: Nur mit Hund bin ich ein Mensch, Goldegg Verlag, Wien 2023, ISBN 978-3-99060-361-1.
Literatur
Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 1092.
Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T–Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 335 f.
Weblinks
Commons: Fritz Wepper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Literatur von und über Fritz Wepper im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Fritz Wepper im Munzinger-Archiv, abgerufen am 3. Juli 2012 (Artikelanfang frei abrufbar)
Fritz Wepper bei IMDb
Fritz Wepper bei filmportal.de
Fritz Wepper in der Deutschen Synchronkartei
Fritz Wepper bei prisma
Einzelnachweise
 Ich wäre bis ans Ende der Welt gefahren. Schauspieler Fritz Wepper besucht Erinnerungsort des Vaters. In: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., 26. Juli 2019, abgerufen am 25. März 2024.
 Maria Zsolnay, Armin Lissfeld: Fritz und Elmar Wepper trauern um Mutter Wilhelmine. In: tz. 7. Juni 2009, abgerufen am 26. Januar 2019.
 Wepper-Brüder streiten um vermissten Vater. In: B.Z. 30. Dezember 2002, abgerufen am 26. Januar 2019.
 Fritz Wepper in: Internationales Biographisches Archiv 27/2012 vom 3. Juli 2012, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 3. Juli 2012 (Artikelanfang frei abrufbar)
 Fragebogen Alte Schule: Elmar Wepper! 20. Juli 2020, abgerufen am 20. Juli 2020.
 Berliner Morgenpost - Berlin: Fritz Wepper schreibt in Autobiografie über Affäre mit Iris Berben. 10. August 2021, abgerufen am 10. August 2021.
 1941–2024: Fritz Wepper ist tot. In: ORF.at. 25. März 2024, abgerufen am 25. März 2024.
 Die Ehefrau von Schauspieler Fritz Wepper ist tot. 11. Januar 2019, abgerufen am 5. November 2023.
 Fritz Wepper: Heimliche Hochzeit sechs Monate nach dem Tod seiner Frau Angela In: pressreader.com
 Drei Rollen machten ihn legendär: Kult-Schauspieler Fritz Wepper ist tot. In: merkur.de. 25. März 2024, abgerufen am 25. März 2024.
 Deutsche Synchronkartei | Sprecher | Fritz Wepper. Abgerufen am 5. November 2023.
 TV-Hits: Die meistgesehenen Sendungen 2012. Medienmagazin DWDL.de, 2012, abgerufen am 27. Dezember 2012.
 Christine Dössel: Fritz Wepper wird 80 - eine Gratulation. Abgerufen am 24. August 2021.
 Zum 80. Geburtstag von Fritz Wepper. In: br.de. 8. Juli 2021, abgerufen am 2. April 2023.
 nan/spot: Fritz Wepper kehrt nicht ins TV zurück. Buch wird sein letztes Projekt. In: ntv.de. 8. Oktober 2023, abgerufen am 8. Oktober 2023.
 Philipp Crone: Auszeichnung fürs Lebenswerk: Fritz und Elmar Wepper. Abgerufen am 1. Mai 2022.
 Bayerischer Verdienstorden: Das ist die Liste der Ausgezeichneten. In: sueddeutsche.de. 13. Oktober 2022, abgerufen am 25. März 2024.
 Fritz Wepper: TV-Comeback ist für ihn nicht drin. In: film.at. 9. Oktober 2023, abgerufen am 9. Oktober 2023.
Normdaten (Person): GND: 124283330 (lobid, OGND) | LCCN: nr98029533 | VIAF: 2683063 | Wikipedia-Personensuche

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Wepper aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.