Niki Lauda

* 22.02.1949 in Wien
† 20.05.2019 in Zürich

Angelegt am 21.05.2019
10.554 Besuche

Über den Trauerfall (13)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Niki Lauda, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Niki Lauda

21.05.2019 um 11:47 Uhr von Redaktion

Andreas Nikolaus „Niki“ Lauda (* 22. Februar 1949 in Wien; † 20. Mai 2019 in Zürich) war ein österreichischer Automobilrennfahrer, Unternehmer und Pilot. Er startete zwischen 1971 und 1985 in der Formel 1 und wurde dreimal Weltmeister.

Herkunft und Privatleben

21.05.2019 um 11:46 Uhr von Redaktion

Niki Lauda war der Sohn von Ernst-Peter und Elisabeth Lauda sowie ein Enkel von Hans Lauda. Sowohl der Vater als auch der Großvater waren einflussreiche Industrielle, wodurch Lauda in einem wohlhabenden familiären Umfeld aufwuchs. Mit 15 Jahren kaufte er sein erstes Auto, einen VW Käfer Cabriolet, Baujahr 1949, mit dem er nach eigener Aussage „jeden erdenklichen Blödsinn“ machte und das ihn mehr kostete, als das Taschengeld hergab. Deshalb arbeitete er in den Ferien als Lastkraftwagenbeifahrer. Seine Familie war gegen seine Ambitionen im Motorsport, weswegen der zielstrebige Lauda sich mit ihr komplett überwarf. In der Folge nutzte er seinen in Österreich bekannten Namen, um sich bei verschiedenen Banken Kredite zu besorgen, mit denen er dann seinen Weg bis in die Formel 1 finanzierte.

 

Lauda war zweimal verheiratet. Nachdem er jahrelang mit Mariella Reininghaus verlobt war, lernte er 1975 Marlene Knaus kennen, die er 1976 heiratete. Die Ehe wurde 1991 geschieden. 2008 heiratete er Birgit Wetzinger. Aus seiner ersten Ehe stammen die Söhne Lukas Lauda (* 1979) und Mathias Lauda (* 1981), aus der zweiten seine 2009 geborenen Zwillinge Max und Mia. Ferner hatte Lauda einen Sohn aus einer außerehelichen Beziehung. Laudas Sohn Mathias fährt seit 2002 Automobilrennen; als Manager betreut ihn sein älterer Bruder Lukas. 2014 trat Lauda wieder in die Römisch-katholische Kirche ein.

 

Da Laudas Nieren als Folge der Medikamente nach seinem Unfall 1976 in ihrer Funktion stark nachließen, wurden ihm nacheinander zwei Nieren (Lebendspenderorgane) transplantiert. Die erste spendete 1997 sein Bruder Florian, die zweite 2005 seine Lebensgefährtin Birgit.

 

Nach einer schweren Lungenerkrankung, deren Auslöser eine Hämorrhagische Alveolitis war, mussten Lauda im August 2018 im AKH in Wien von einem Team um Walter Klepetko beide Lungenflügel transplantiert werden. Am 25. Oktober 2018 wurde er aus der Klinik entlassen. Lauda starb am 20. Mai 2019 im Kreise seiner Familie im Universitätsspital Zürich.

Sportliche Laufbahn

21.05.2019 um 11:45 Uhr von Redaktion

Als 19-Jähriger – bei seinem ersten Rennen, dem Bergrennen am 15. April 1968 in Bad Mühllacken – wurde Lauda mit einem Mini Cooper S 1300 auf Anhieb Zweiter seiner Klasse. 1969 startete er mit einem Kaimann, gesponsert von der Ersten Österreichischen Sparkasse, Wien, in der Formel V. Im Kaimann Team ersetzte er Helmut Marko, der in die Formel 3 wechselte, und bestritt mit Erich Breinsberg die österreichische Meisterschaft. Lauda gelangen seine ersten Siege in Monza und Sopron und er belegte mehrere 2. Plätze. In der Formel 3 überstand Lauda 1970 mehrere spektakuläre Unfälle. Er bezeichnete daraufhin die Formel 3 als „Wahnsinnsformel“, in der er nicht länger „ein Wahnsinniger in einem Feld von zwei Dutzend Wahnsinnigen“ sein wollte, und wechselte in die Formel 2. Um Geld für den Einstieg in die Formel 1 zu verdienen, fuhr er zu Beginn der 1970er-Jahre Sportwagenrennen auf Porsche 908/2 und Tourenwagenrennen. 1973 gewann er unter anderem mit einem BMW Coupé das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

Luftfahrtunternehmer

21.05.2019 um 11:38 Uhr von Redaktion

1979 gründete Lauda, der selbst Pilot war, die erste Lauda Air als Bedarfsfluglinie mit zwei Fokker F-27. Nach der Neugründung starteten 1988 erste Linienflüge in den Fernen Osten, seit 1990 hat die Lauda Air eine weltweite Linienflugkonzession.

 

Am 26. Mai 1991 kam es beim Lauda-Air-Flug 004 zu einem schweren Unfall mit 223 Todesopfern, als eine Boeing 767 in Thailand abstürzte.

 

1992 begann eine engere Zusammenarbeit mit der Lufthansa, und 1997 beteiligte sich die Austrian Airlines (AUA) zu 36 % an der Lauda Air. 2001 wurde die Beteiligung zuerst auf 55 %, dann auf 99 % erhöht. 2002 wurde die Lauda Air ganz von der Austrian Airlines übernommen, Niki Lauda war bereits am 21. November 2000 aus der Fluglinie ausgeschieden. 2003 wurde die Lauda Air Teil der Austrian Airlines Group.

 

Im Rahmen der Insolvenz der Aero Lloyd übernahm Lauda die Mehrheitsanteile an der Aero Lloyd Austria GmbH und gründete Ende November 2003 wieder eine eigene Fluglinie. Diese firmierte unter Niki Luftfahrt und nutzte in den ersten Monaten für ihren Außenauftritt den Marketingnamen flyniki. Anfang 2004 wurde der Name der Fluglinie mit NIKI festgelegt. Mit Air Berlin bestand eine enge Kooperation. Am 5. Juli 2010 gaben Air Berlin und flyniki bekannt, dass Air Berlin seine Anteile auf 49,9 % mit der Option zur vollen Übernahme aufstockt. Am 8. November 2011 wurde veröffentlicht, dass Lauda die restlichen Kapitalanteile an die Air Berlin übertragen habe. Nach Medienberichten übernehme Lauda zudem den Posten eines Verwaltungsrats (Non-Executive Director) bei der Air Berlin PLC.

 

Anfang 2016 übernahm Lauda das Wiener Bedarfsflugunternehmen Amira Air (heute Laudamotion, Markenname seit März 2019 nur mehr Lauda). Die Fluggesellschaft führte mit ihren 15 Businessjets Flüge für die gehobene Klientel durch.

 

Am 23. Jänner 2018 bekam Lauda bei der Zerschlagung der Air Berlin im zweiten Anlauf den Zuschlag für die österreichischen Teile und kaufte damit die Air-Berlin-Tochter Niki zurück, um sie in die Laudamotion einzugliedern. Dafür ging er eine Kooperation mit Ryanair ein, der er schon im März 2018 einen Anteil verkaufte. Bis Ende 2018 übernahm Ryanair das Unternehmen komplett. Im März 2019 schied Lauda auch als Geschäftsführer aus, blieb aber noch Vorsitzender des Gesellschafterausschusses.

Weitere laden...
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Niki_Lauda aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.