Roger Whittaker

* 22.03.1936 in Nairobi
† 13.09.2023 in Südfrankreich

Angelegt am 19.09.2023
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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Roger Whittaker, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Roger Whittaker

19.09.2023 um 09:58 Uhr von Redaktion

Roger Whittaker (* 22. März 1936 in Nairobi, Kenia; † 13. September 2023 in Südfrankreich) war ein britischer Sänger, Liedermacher und Kunstpfeifer. Er war unter anderem im Vereinigten Königreich, in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Südafrika, Deutschland und Österreich erfolgreich. Zu seinen bekanntesten Liedern zählen Albany, Abschied ist ein scharfes Schwert, The Last Farewell, Durham Town und River Lady (A Little Goodbye).

Karriere
Whittaker war der Sohn des Gemischtwarenhändlers Edward Whittaker und seiner Frau Vi aus Staffordshire (England). Sie waren wegen des besseren Wetters in die damalige britische Kolonie Kenia ausgewandert. Dort bewirtschafteten sie eine Farm in der Nähe von Thika, wo Roger geboren wurde und aufwuchs. Nach der Grundschule besuchte er die Prince of Wales School, die heutige Nairobi School. Im Rahmen des Wehrdienstes im Kenia Regiment kämpfte er im Mau-Mau-Krieg im Aberdare Forest. 1956 wurde er entlassen und begann ein Medizinstudium in Kapstadt, Südafrika, das er aber mit dem Wunsch, Lehrer zu werden, abbrach. Dafür studierte er Zoologie, Biochemie und Meeresbiologie an der Bangor University in Wales. Mit Auszeichnung erlangte er den Abschluss als Bachelor of Science (B.Sc.).

Schon während des Studiums war Whittaker als Amateurmusiker aktiv. Seinen ersten Auftritt hatte er 1958 im „Equator Club“ in Nairobi. Den ersten Auftritt in Europa hatte er im Sommer 1962 in Portrush, Nordirland. Im selben Jahr erschien dort auch seine erste Single Charge of the Light Brigade. Sein erster Hit war 1962 Steelman. Der 1967 erschienene Mexican Whistler, eine Instrumentalnummer, bei der Whittaker die Melodie nur pfiff, wurde ebenfalls populär und oft in Radioprogrammen gespielt. 1969 hatte der Sänger seinen ersten großen Erfolg mit Durham Town. Es gab weitere Erfolge in England, die in den 1970er Jahren auch im Ausland bekannt wurden, so im deutschsprachigen Raum. Seine erfolgreichsten Hits aus dieser Zeit waren The Last Farewell, River Lady, Indian Lady und I Don’t Believe in If Anymore. Dabei wurde The Last Farewell die weltweit meistverkaufte Single in seiner Karriere. Sie wurde in elf Ländern insgesamt über elf Millionen Mal verkauft. Daher ist dieses Lied sein am häufigsten gesungenes Lied, und es wurde von anderen Künstlern aufgenommen, so unter anderen von Ray Conniff und Elvis Presley.

Ende der 1970er Jahre und in den 1980er Jahren war Whittaker vor allem mit deutschsprachigen Liedern seines langjährigen Produzenten Nick Munro erfolgreich, die er mangels Sprachkenntnissen rein phonetisch sang. Sein größter Erfolg war hier Albany aus dem Jahre 1981. Er war Gast in zahlreichen Musiksendungen im Fernsehen, darunter in der ZDF-Hitparade. Er ging mehrmals auf große Tournee. Eines seiner Konzerte in Berlin im Jahr 2003 erschien auch als DVD unter dem Titel Roger Whittaker – Live in Berlin. Er beendete seine Tourneekarriere offiziell im Jahr 2013.

Bekannt wurde Whittaker auch als Kunstpfeifer. Zu seinen bekanntesten Schöpfungen gehören der Mexican Whistler (1966), der Irish Whistler, der Australian Whistler und der Finnish Whistler (1970). Daneben hat er auch die Elisabethserenade in einer gepfiffenen Version aufgeführt.

Zu den größten Fans Whittakers zählte der ehemalige US-Präsident George Bush senior, auf dessen Goldener Hochzeit er sang.
Privatleben
Whittaker war ab 1964 mit Natalie O Brien verheiratet und hatte mit ihr fünf Kinder. Er verlagerte im Jahr 2012 seinen Ruhesitz von Irland nach Saint-Cirq-Lapopie (Region Midi-Pyrenees) in Südfrankreich. Mit seiner Ehefrau Natalie schrieb er das autobiografische Buch Ein Glück, dass es dich gibt (Originaltitel: So Far so Good).
Seine Eltern lebten bis 1989 in Kenia. In diesem Jahr wurden sie von einer vierköpfigen Bande überfallen, wobei seine Mutter acht Stunden lang gefoltert und sein Vater ermordet wurde.

Anfang September 2023 erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Am 13. September 2023 starb Roger Whittaker im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Südfrankreich und wurde am 16. September 2023 beigesetzt.

Sonstiges
Zu Whittakers Markenzeichen wurde unter anderem sein Henri-Quatre-Bart. Nach eigenen Angaben legte er ihn sich zu Beginn seiner Karriere zu, da er sein Gesicht in glattrasierter Form für nicht markant und fernsehtauglich genug hielt.

Auszeichnungen
Roger Whittaker hat in seiner Karriere über 250 Tonträgerauszeichnungen erhalten. Er war Mitglied des britischen Teams, das 1967 Gewinner des Songfestivals von Knokke in Belgien wurde, bei dem Roger Whittaker den Pressepreis erhielt. Ferner gewann er mit New World in the Morning drei Goldmedaillen beim brasilianischen Liederfestival in Rio de Janeiro. Darüber hinaus erhielt er den "Gold Badge of Merit", eine Auszeichnung der British Academy of Songwriters and Composers.

In Deutschland erhielt er 1986 die Goldene Stimmgabel. Im Rahmen der "Goldenen Stimmgabel 2006" wurde er am 16. September in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle mit einer Platin-Stimmgabel für sein Lebenswerk geehrt.
Im Januar 2011 erhielt er die Krone der Volksmusik für sein Lebenswerk.
Diskografi
Hauptartikel: Roger Whittaker/Diskografie

Studioalben

Jahr    Titel
1970    I Don’t Believe in If Anymore    
1971    New World in the Morning
1975    The Last Farewell and Other Hits, The Last Farewell
1976    A Little Goodbye, Reflections of Love
1978    Roger Whittaker Sings the Hits
1979    When I Need You    
1980    Mein deutsches Album, Mirrors of My Mind, Voyager, With Love
1982    Zum Weinen ist immer noch Zeit
1983    Typisch Roger Whittaker
1984    Ein Glück, daß es dich gibt
1985    Du gehörst zu mir
1986    The Skye Boat Song
1987    Heut bin ich arm – heut  bin ich reich
1988    Du bist nicht allein
1990    Nur wir zwei, Alle Wege führen zu dir
1991    Mein Herz schlägt nur für dich
1992    Stimme des Herzens
Erstveröffentlichung: September 1992
1993    Geschenk des Himmels
1994    Sehnsucht nach Liebe
Erstveröffentlichung: 29. August 1994
1995    Ein schöner Tag mit dir
Erstveröffentlichung: 28. Mai 1995
1996    Einfach Leben    
Erstveröffentlichung: 7. Oktober 1996
1998    Zurück zur Liebe
Erstveröffentlichung: 6. April 1998
2000    Wunderbar geborgen
2002    Mehr denn je
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 2002
2004    Mein schönster Traum
Erstveröffentlichung: 13. September 2004
2008    Liebe endet nie
Erstveröffentlichung: 28. März 2008
2010    So viele Jahre mit euch
Erstveröffentlichung: 12. März 2010
2012    Wunder
Erstveröffentlichung: 14. September 2012
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Schriften
Roger Whittaker, Natalie Whittaker: Ein Glück, dass es dich gibt. Mein Leben, meine Liebe, meine Lieder. Deutsch von Christa Walczak. Ullstein, Frankfurt am Main und Berlin 1986, ISBN 3-550-06491-8 (englischer Originaltitel: So far, so good)

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