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Den passenden Grabstein für das eigene Kind finden

       © Kurz Natursteine GmbH

Wenn Eltern ihr eigenes Kind begraben müssen, ist dies immer eine schreckliche Situation. Ganz egal, ob das Kind ein Sternenkind, ein Kleinkind oder ein Teenager ist, der Tod tritt einfach zu früh ein und die Eltern wissen oft nicht, wie ihr eigenes Leben dann überhaupt weitergehen soll. „Das ist einfach nicht richtig“. Diese Worte beherrschen mit Sicherheit die Gedanken und Gefühle der meisten Eltern und das zu Recht. Der Kreislauf des Lebens wird unausweichlich durcheinandergebracht und niemand, der solch einen Verlust nicht selbst erlebt hat, kann nachvollziehen, wie es den betroffenen Eltern in diesem Augenblick geht.

Die tiefe Trauer muss erst einmal verarbeitet werden und gutgemeinte Ratschläge sind häufig weder hilfreich, noch zielführend. Ein erster Schritt bei der Trauerbewältigung kann aber für viele Eltern darin bestehen, die Beerdigung des Kindes zu planen und zu organisieren. Das bietet die Möglichkeit zur Strukturierung des Alltages, welcher vollkommen aus den Fugen geraten ist. Man hat wieder eine Aufgabe (wenn auch nur für kurze Zeit). Und neben all den organisatorischen, logistischen und bürokratischen Aspekten einer Bestattung können die betroffenen Eltern bei der Suche und Gestaltung des „richtigen“ Grabsteines für ihr Kind ein bisschen Trost finden.

 

Den Grabstein als letztes Geschenk für das verstorbene Kind verstehen

Betrachtet man den Grabstein als letztes Geschenk für das verstorbene Kind, kommen die Suche, Auswahl und Gestaltung des Gedenksteines einem „meditativen“ Ritual nahe und erleichtern somit zumindest den Abschied ein bisschen. Die zentrale Frage, die Eltern sich in diesem Fall stellen sollten, lautet:

Was bedeutet uns der Grabstein für unser Kind und was hätte unserer Tochter/unserem Sohn gefallen?

 

Welches Material eignet sich also am besten?

Kindgerechte Grabsteine sollten nicht an den Tod erinnern, sondern an das Leben! Das mag auf den ersten Blick ironisch oder gar zynisch klingen, da das gelebte Leben viel zu früh zu Ende gegangen ist. Aber: Kinder gehen oftmals mit dem Thema „Tod“ ganz anders um, als Erwachsene das tun. Sie haben einen anderen Blick auf die Dinge und bringen an jedem Tag so viel ungetrübte, „echte“ authentische Freude und Licht ins Leben. So haben sie es mehr als verdient, dass man sich auch nach ihrem Tode genau daran erinnert. Deshalb eignen sich vor allem helle, bunt gemaserte Natursteinmaterialien für einen kindgerechten Gedenkstein wie z.B.:

  • Granit,
  • Sandstein,
  • Kalkstein oder
  • Marmor.

Warum Granit?

Das Hartgestein Granit ist aufgrund seiner vielen charakterstarken Farben, seiner hohen Lebensdauer und seiner robusten Widerstandsfähigkeit ein sehr langlebiger Stein, der auch nach Jahren und Jahrzehnten in der Grabsteinpflege relativ anspruchslos ist.

Warum Sand- oder Kalkstein?

Weichgesteine wie Sand- oder Kalkstein sind hingegen oftmals nicht ganz so witterungsbeständig und deutlich intensiver in der Pflege, dafür aber gut formbar und leicht zu bearbeiten. Das kann bei individuellen Gestaltungswünschen durchaus von Vorteil sein, denn diese stehen bei einem kindgerechten Grabstein ja oftmals im Vordergrund. Auch hat vor allem der Sandstein durch seine warme Farbgebung eine sehr beruhigende Wirkung – was ebenfalls ein ausschlaggebendes Argument sein kann.

Warum Marmor?

Auch Marmor (ebenfalls ein Weichgestein) kann für einen Kindergrabstein verwendet werden. Zwar ist er ebenfalls nicht so robust und witterungsbeständig wie das Hartgestein Granit, entwickelt dafür aber mit der Zeit eine Patina und sieht aus diesem Grund wunderschön aus. Auch weist Marmor eine hohe Farbenvielfalt (von weiß über rosa bis hin zu schwarz), eine reizvolle Maserung sowie eine interessante optische Vielfalt auf – alles Eigenschaften, die an einen verspielten Charakter erinnern und daher gut zu einem Kind passen.

 

Um das geeignete Natursteinmaterial auszusuchen, müssen sich die Eltern also erst einmal fragen:

Wie soll der Grabstein für unser Kind aussehen?

Zunächst muss man bedenken: Ein Grabmal für ein Kind ist deutlich kleiner als ein Erwachsenen-Grab. Ein „wuchtiger“ Grabstein oder eine große Grabstele können da schlichtweg fehl am Platze sein. Daher sind kleinere Gedenksteine und Liegesteine, wie man sie häufig bei Urnengräbern sieht, deutlich besser geeignet. Die Formen können variieren, je nach Alter und Charakter des verstorbenen Kindes.

Beliebte Grabsteinformen für Sternenkinder und Kinder sind bspw.:

  • Engel,
  • Herz,
  • Stern,
  • Schmetterling,
  • Mond,
  • Teddybär,
  • flacher ovaler oder quadratischer Liegestein.

Die Grabsteinform richtet sich auch danach, wie der Grabstein gestaltet werden soll, d.h. wie viel Platz benötigt wird, um die gewünschte Inschrift und sonstige Gestaltungselemente wie Symbole und Ornamente, Bilder/Fotos, Zeichnungen etc. einzugravieren. Auch dabei sollten sich Eltern immer fragen, was ihnen wichtig ist, was sie mit ihrem verstorbenen Baby oder Kind verbinden oder was ihrem Kind gefallen hätte und sich nicht von Konventionen leiten lassen.

 

Individuelle Gestaltungsideen machen kindgerechten Grabstein aus

Kein Mensch ist wie der andere! Das gilt für Erwachsene, für Kinder aber umso mehr. So darf der Grabstein für das eigene Kind auch fernab „typischer“ Gestaltungsmerkmale betrachtet werden. Die folgenden Fragen können Eltern helfen, erste Schritte bei der Auswahl zu machen, nicht den Überblick zu verlieren und ganz bei sich und den eigenen Wünschen zu bleiben:

Bei Sternenkindern:

  • Welche Grabsteinform spendet am meisten Trost/schafft am ehesten eine Verbindung zum Kind?
  • Welche Inschrift kann Trost spenden und drückt die Trauer am besten aus, ohne austauschbar zu sein? Tipp: Beispiele dazu finden Sie hier.
  • Möchten die Eltern selbst den Grabstein gestalten?
  • Gibt es ältere Geschwister, die den Grabstein mitgestalten wollen (denn auch diese trauern und könnten auf diese Weise Hilfe erfahren)?
  • Wie soll die übrige Grabmalgestaltung aussehen und wie passt der Stein dazu?

 

Bei älteren Kindern:

  • Hatte das Kind vielleicht ein Lieblingsbuch, eine Lieblingsserie, eine Lieblings-Actionfigur oder ein Lieblingskuscheltier? Dann könnte dies ein geeignetes und kindgerechtes Zeichenmotiv auf dem Grabstein sein.
  • Gibt es vielleicht einen trostspendenden Spruch oder ein typisches Zitat, welches das Wesen und den Charakter des Kindes widerspiegelt und als Inschrift dienen kann?
  • Hatte das Kind einen besonderen Lebenstraum, einen großen Wunsch, den es sich noch (oder nicht mehr) erfüllen konnte? Dann könnte dieser für eine passende Inschrift stehen.
  • Gibt es eine Zeichnung vom Kind oder möchten die Geschwister des verstorbenen Kindes vielleicht etwas zeichnen? Auch das könnte in den Stein graviert werden.
  • Hatte das Kind eine besondere Lieblingsfarbe? Das könnte bei der Materialauswahl und auch beim Blumenschmuck eine Rolle spielen.
  • Gibt es ein schönes Familienfoto oder ein Foto des Kindes, welches auf dem Grabstein verewigt werden soll?
  • Möchten die Eltern vielleicht selbst den Grabstein ausgestalten? Dann sollte dies bei der Auswahl des Steinmetzes eine entscheidende Rolle spielen, denn dieser muss der Familie bei diesem Vorgang zur Seite stehen und auf die individuellen Wünsche eingehen.
  • Wie soll die übrige Grabmalgestaltung aussehen à
    • Hatte das Kind Lieblingsblumen, die als Grabblumen dienen sollen? 
    • Möchten die Eltern vielleicht ein Holzkreuz selbst basteln, ausmalen, ausgestalten, welches dann auf dem Grab neben dem Grabstein stehen soll?
    • Soll es noch weitere Elemente auf dem Grabmal geben, die den Charakter des Kindes symbolisieren?

 

In Würde Abschied nehmen können

Ist keine Frage mehr offen und der Grabstein in Auftrag gegeben, gilt natürlich trotzdem: Auch der „schönste“ Grabstein macht das geliebte Kind nicht wieder lebendig. Das kann niemand. Aber dennoch haben die Eltern mit der sorgfältigen und individuellen Auswahl „ihres“ ganz besonderen Gedenksteines zumindest die Möglichkeit, in Würde Abschied zu nehmen und können ihrem „kleinen Engel“ ein Geschenk mit auf den letzten Weg geben.

 
Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen